ÖVV-Kapitän Wohlfahrtstätter: „Sie wollten das durchdrücken“

Österreichs Volleyball-Teamkapitän Wohlfahrtstätter übt nach dem Quali-Aus Kritik. Zum einen am europäischen Verband, zum anderen an der eigenen Leistung der ÖVV-Auswahl in der EM-Quali.

© gepa

Lissabon, Innsbruck – Für die EM im Spätsommer 2021 wird es eng. Nach der Quali-Runde in Israel bleibt Österreichs Volleyball-Nationalteam als Gruppenzweitem nur noch ein kleiner Funken Hoffnung.

Die zwei Niederlagen gegen Gruppenfavorit Bulgarien waren erwartbar, ein 2:3 gegen Israel aber weniger. Woran lag es?

Peter Wohlfahrtstätter: Wir haben die ersten zwei Spiele gute Partien abgeliefert, dann erwischten aber ein, zwei Leute einen schlechten Tag. Wir haben leider nicht die Masse, um das auszugleichen. Stammspieler wie Paul Buchegger (Anm. verletzt) oder Thomas Zass (Karrierende) fehlen dann umso mehr.

Wie stehen die Chancen auf eine EM-Quali nun?

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Wohlfahrtstätter: Wir müssen unter die besten fünf Zweitplatzierten der sieben Gruppen kommen. Die Chance ist kleiner geworden. Aber wer in der Quali nicht gut ist, ist fertig. Der hat dann bei einer EM auch nichts verloren.

Die Entscheidung dauert aber noch. Drei Gruppen spielen erst im Mai ...

Wohlfahrtstätter: Eine Runde war im August, die andere parallel zu uns, der Rest erst später. Ich habe jedenfalls den Eindruck, sie wollten das durchdrücken. Der europäische Verband hat zwar Konzepte, aber im Falle eines positiven Tests, den wir Gott sei Dank nicht hatten, war nicht wirklich klar, was passieren wird, wer etwa Gehälter weiterbezahlt. Auch die europäischen Klubbewerbe probiert man durchzudrücken.

Sie sprechen von Ihrem Einsatz mit Benfica Lissabon in Ankara beim CEV-Cup ...

Wohlfahrtstätter: Ja, ich halte das eher für gefährlich. Ich bin kein Fan davon, sehe das mit gemischten Gefühlen und habe den Eindruck, wir wurden zum Spielen gezwungen. Meiner Meinung nach hätte man die Europacupspiele absagen sollen, alleine wegen der dafür notwenigen Reisen. Es ist ja kein normaler Bewerb mehr, wenn die halben Gegner ausfallen.

Im Vorjahr hatten Sie noch Champions League gespielt. Warum heuer nicht?

Wohlfahrtstätter: Es gab Budgetkürzungen und man wollte wenig reisen, im CEV-Cup gab es Gruppenspiele, aber wir sind ausgeschieden.

Nach der EM-Quali sind Sie jetzt wieder in Portugal. Wie läuft der Spielbetrieb?

Wohlfahrtstätter: Wir bei Benfica haben ein gutes Konzept, konnten alle Spiele bestreiten und tragen auch in der Kabine Masken. Dennoch erwischte es jetzt unseren Kapitän, der als Hausarzt arbeitet. Man kann also irgendwie doch kaum was verhindern.

Das Gespräch führte Sabine Hochschwarzer


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