Auch in weißen Wintern keine Naturschnee-Loipen in Wörgl

Pistenraupe bei der Arbeit: Bei der Sprungschanze gibt es eine kleine Kunstschnee-Loipe.
© TVB Ferienregion Hohe Salve

Wörgl – Seit einer Woche können sich Langläufer auf der neuen Ein-Kilometer-Loipe in Wörgl austoben – eine neue Anlage zur Kunstschnee-Produktion macht’s, wie berichtet, möglich. Der intensive Schneefall der vergangenen Tage lenkte die Aufmerksamkeit vieler Wörgler nun aber auf die Naturschnee-Loipen – die fehlen heuer trotz Schneemengen und werden auch künftig nicht mehr existieren.

„Die Naturschneeloipe war im Jänner 2019 das letzte Mal in Betrieb, davor zwei Jahre nicht“, blickt Stefan Astner, GF des TVB Ferienregion Hohe Salve, auf viele schneearme Winter in der unteren Inntalfurche zurück. Zudem habe es naturschutztechnische Probleme gegeben. Die Bahn, die von den Feldern hinter dem Bundesschulzentrum über mehrere Kilometer in den Ortsteil Lahntal führte, kreuzte nämlich auch die Wörgler „Filz“. Das Feuchtgebiet ist ein geschützter Landschaftsteil – viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben dort. Beim Präparieren der Pisten sei es zu Flurschäden gekommen, erklärt Astner. Diese lassen sich kaum vermeiden: „Die tonnenschweren Pistenraupen komprimieren 50 Zentimeter Schnee auf etwa sieben Zentimeter. Alle ein, zwei Tage muss erneut gewalzt werden. Wenn es taut, bleiben nur noch wenige Zentimeter Schnee übrig und die Aluzacken des Geräts graben sich in den Boden.“

Dies und auch die Schneearmut hätten zur Entscheidung geführt, die Bahn aufzugeben. Mit der neuen Kuntschnee-Loipe bei der Sprungschanze setze man auf Planungssicherheit. „Das Angebot ist sicherlich geschmälert, dafür aber gesichtert“, rechnet Astner damit, dass die Bahn bis Ende Februar nutzbar sein wird.

Sieben Stunden brauche das Pistenfahrzeug für eine Runde entlang der 40 Loipenkilometer in Mariastein-Angerberg. Der tägliche Aufwand ist laut Astner aber nicht der Grund für das Aus der Wörgler Lahntal-Loipen. „Mit Personal, neuen Maschinen, technischer Beschneiung und der Beleuchtung bis ca. 21 Uhr ist der Aufwand bei der Kunstschneeloipe sogar höher als vorher.“

Wichtiger Appell: Spaziergänger und Hunde haben auf der Loipe nichts verloren. Erstere zerstören die Spuren, Letztere erzürnen mit ihren Hinterlassenschaften die Landwirte, auf deren Entgegenkommen man angewiesen sei, mahnt Astner.

Ein Disput mit verantwortungslosen und unbelehrbaren Hundebesitzern führte heuer in Imst dazu, dass Grundbesitzer einem Teil der Gurgltal-Loipe einen Riegel vorschieben mussten. (jazz)


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