Alte Säge in Innervillgraten wird zum Freilichtmuseum

Renovierungsarbeiten an der Säge und dem restlichen Ensemble am Villgrater Stallerbach sind bald abgeschlossen.
© Heimatpflegeverein Villgratental

Von Catharina Oblasser

Innervillgraten – Kleine Gemeinde, großes Vorhaben: In Innervillgraten soll, wenn alles klappt, ab kommendem Herbst ein neues Freilichtmuseum fertig gestellt sein. Herzstück des Ensembles am Stallerbach ist die Wege­late Säge, eine historische Anlag­e, die unter Denkmalschutz steht und bis in die 1960er-Jahre in Betrieb war. Für die gelungene Renovierung erhielt der Heimat­pflegeverein Villgratental 1999 den Europa-­Nostra-Preis, der für die vorbildliche Erhaltung von Kulturgut vergeben wird. Auch der Henry-Ford-Umweltpreis ging 2002 an die Wegelate Säge.

Die Säge hat gerade einen neuen Wellebaum, also einen Antrieb bekommen, erzählt Alois Mühlmann, Obmann des Heimatpflegevereins. Damit ist sie wieder funktionsfähig. Das künftige Freilichtmuseum umfasst außerdem noch einen Lodenstampf und eine Mühle. Diese stand ursprünglich an einem anderen Ort im Villgratental, wurde dann aber an den Stallerbach übersiedelt.

Neu dazu kommt ein Eintrittsbereich, der einer so genannten „Dachherpfe“ nachempfunden ist. „Das ist ein Gestell mit Satteldach, auf dem man früher Getreid­e getrocknet hat“, erklärt Mühlmann. Ein weiterer Teil der Anlage ist ein „Einhaus“ oder „Einhof“, der die Bauweise der Vergangenheit ins Heut­e transportiert. „Ein solches Haus hat Zimmer nur links und rechts neben dem Eingang, nicht noch weiter nach hinten hinaus“, so der Vereinsobmann. „Bis etwa 1740 wurde bei uns so gebaut.“ Das neue Museum ist mit dem Auto erreichbar, der Eintritt soll sechs bis acht Eur­o betragen, und es werden Führungen und Demonstrationen der alten Arbeitsweisen angeboten.

Dafür ist allerdings eine Abstimmung mit dem Innervillgrater Gemeindekraftwerk nötig, das auch am Stallerbach liegt. „Zu den Zeiten, wo es Vorführungen der Säge gibt, wird das Wasser für das Kraftwerk uns zur Verfügung gestellt“, beschreibt Alois Mühlmann das Prozedere.

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Rund 300.000 Euro kostet das Projekt. Das Geld kommt von der Gemeinde Inner­villgraten, vom Land Tirol und vom Tourismusverband Osttirol.


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