Vergewaltigungsvergleich der FPÖ St. Johann sorgt für Aufregung

Die FPÖ St. Johann vergleicht laut den Grünen eine Impfpflicht mit einer Vergewaltigung.
© GEORG HOCHMUTH

St. Johann i. T. – Ein Posting der FPÖ St. Johann auf Facebook sorgt für Kopfschütteln bei den Grünen. „Die Ortsgruppe vergleicht darin die in Österreich von den Regierungsparteien ÖVP und Grünen ohnehin mehrfach ausgeschlossene Impfpflicht mit einer Vergewaltigung“, sagt Christian Altenweisl, Landessprecher der Grünen. Wörtlich heißt es: „ … Keine Regierung darf nur ansatzweise an Zwang und Nötigung denken! Wer das nicht unterstützt, findet auch Vergewaltigungen nicht mehr schlimm.“

Für Altenweisl ist die FPÖ mit ihren Verschwörungstheorien, der Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen und Verunsicherungsstrategie gegen die Impfung zum besten Verbündeten des Coronavirus geworden. „Während alle gegen die Pandemie ankämpfen und solidarisch handeln, erweist sich die FPÖ mit ihren kruden Thesen als Brandbeschleuniger der Virusausbreitung. Dass wir in Österreich mit den Zahlen nicht runterkommen, hat auch damit zu tun, dass die FPÖ tagein, tagaus gegen die Pandemiemaßnahmen Stimmung macht“, kritisiert Altenweisl.

Dass die Ortsgruppe in St. Johann eine Vergewaltigung als Vergleich heranzieht, schlage für den grünen Landessprecher dem Fass den Boden aus. „Dieser Vergleich verhöhnt die Opfer sexueller Gewalt, die ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben. Das ist pietätlos, komplett jenseitig und darf nicht ohne Konsequenz bleiben“, meint Altenweisl.

In einer Stellungnahme der FPÖ-Landespartei heißt es: „Die Ortsgruppe hat den Post übernommen, da sie für das Volksbegehren, welches die FPÖ auch offiziell unterstützt, werben wollte. Nachdem sie auf die Passage mit dem Vergleich zu Vergewaltigungen aufmerksam gemacht worden war, ist das Posting unverzüglich gelöscht worden. Dieser unsägliche Vergleich spiegelt in keiner Weise die Haltung der FPÖ wider.“ Der Post sei von einer Privatperson, man wisse aber nicht mehr von wem. (mm)

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