Kaum Topverstärkungen, mehr Zukunftstransfers im Winter

Ungewöhnliche extrem kurze Winterpause wegen der Coronavirus-Pandemie, auch deshalb beschränkte finanzielle Mittel bei den Clubs: Die Winter-Transferzeit in der Fußball-Bundesliga ist bisher wenig spektakulär verlaufen. Akteure, die den zwölf Vereinen sofort weiterhelfen sollen, wurden abgesehen vom brasilianischen Red-Bull-Salzburg-Rückkehrer Bernardo bisher keine verpflichtet, dafür unterschrieben bei so manchem Club hoffnungsvolle „Zukunftsaktien“.

Der in der Defensive vielfältig einsetzbare Bernardo wird nicht allzu viel Eingewöhnungszeit benötigen, war er doch bereits 2016 insgesamt 26 Mal für die „Bullen“ im Einsatz. Nun kehrte er leihweise bis Sommer vom englischen Premier-League-Club Brighton zurück. Daneben wird von Brenden Aaronson am meisten erwartet. Die Verpflichtung des 20-Jährigen vom Major-League-Soccer-Club Philadelphia Union wurde im Oktober unter Dach und Fach gebracht, nun soll er seine Fußabdrücke in Österreich hinterlassen. Die Erwartungen an den US-Teamspieler auf der offensiven Mittelfeldposition sind groß, er soll den Abgang von Topspieler Dominik Szoboszlai zu RB Leipzig wettmachen.

Mit Majeed Ashimeru - zu RSC Anderlecht - kehrte ein weiterer Offensivmann dem Serienmeister den Rücken, auch da ihm Jungspund Luka Susic im Herbstfinish im Kampf um Einsätze den Rang abgelaufen hatte. Der kamerunische Innenverteidiger Jerome Onguene war ebenfalls mit seiner Situation unzufrieden und heuerte beim italienischen Serie-A-Club Genoa an.

Verpflichtet wurde von den Salzburgern mit Mittelfeldspieler Mamady Diambou, Offensivmann Nene Dorgeles und Innenverteidiger Daouda Guindo auch ein 18-jähriges Trio aus Mali, das beim FC Liefering in der 2. Liga Erfahrungen sammeln soll. Das gilt auch für den 18-jährigen kolumbianischen Innenverteidiger Lucho, Kooperationsspieler beim SV Horn.

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Auch der LASK tätigte Perspektivtransfers. Mit dem 21-jährigen Peruaner Matias Succar von Deportivo Municipal aus Lima, dem 18-jährigen Türken Metehan Altunbas vom türkischen Zweitligisten Eskisehirspor und dem 16-jährigen Slowaken Adam Griger von MFK Zemplin Michalovce wurden gleich drei Stürmer geholt. Hoffnungen auf Einsatzminuten dürfen sie sich auch deshalb machen, da Marko Raguz nach seinem Kreuzbandriss noch länger fehlen wird. Defensivspieler Stefan Haudum wurde an Ligakonkurrent Altach abgegeben.

Wenig Grund zur Veränderung gab es nach einem starken Herbst beim Ligazweiten Sturm Graz, nur Tobias Koch wurde nach Lafnitz verliehen. Mit dem in der Offensive vielfältig einsetzbaren und aus Deutschland zurückgekehrten Thorsten Röcher heuerte ein Ex-Grazer beim WAC an. Marc Andre Schmerböck verließ dafür den Europa-League-Sechzehntelfinal-Teilnehmer in Richtung Hartberg.

Auch bei den Wiener Traditionsclubs verlief die traditionell mit der Sommer-Transferzeit nicht vergleichbare Winter-Übertrittszeit bisher sehr ruhig. Bei Rapid tat sich gar nichts. Zu der finanziell angeschlagenen Austria stieß mit Defensivspieler Eric Martel ein 18-jähriger Leihakteur von RB Leipzig und mit Agim Zeka ein ehemaliger albanischer U21-Team-Flügelspieler von Mouscron. Der 22-Jährige nimmt den Kaderplatz von Alon Turgeman ein, der in seine israelische Heimat zurückkehrte.

Nennenswerte Abgänge verzeichnete mit der Admira das Schlusslicht. Stürmer-Routinier Stefan Maierhofer heuerte nach einem glücklosen Kurz-Gastspiel beim deutschen Partnerclub Würzburg an, Mittelfeldspieler Morten Hjulmand versucht mit Lecce auch in einer europäischen 2. Liga sein Glück. Stabilität in die Abwehr soll der 30-jährige deutsche Linksverteidiger Matthias Ostrzolek bringen, der allerdings seit Sommer vereinslos war. Kiel-Leihgabe David Atanga für das Mittelfeld und der deutsch-amerikanische Stürmer Andrew Wooten sollen die Truppe von Coach Damir Buric ebenfalls verstärken.

Im Angriff verstärkte sich auch St. Pölten mit dem aus New York zurückgekommenen und von Salzburg ausgeliehenen Samuel Tetteh. Ried hofft darauf, dass Patrick Möschl an alter Wirkungsstätte zu alter Topform zurückfindet.


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