Voller Angriff statt verwalten: Steu/Koller greifen nach Sieg im Gesamtweltcup

Das ÖRV-Doppel Thomas Steu/Lorenz Koller könnte beim Kunstbahnrodel-Weltcup in Igls an diesem Wochenende den Triumph im Gesamtweltcup fixieren.

Thomas Steu und Lorenz Koller.
© FIL/Galinovskis

Von Günter Almberger

Innsbruck – 96 Punkte Vorsprung im Gesamtweltcup bei drei ausstehenden Bewerben und noch 300 zu vergebenden Punkten. Zwei dieser drei Rennen finden dieses Wochenende im Igler Eiskanal statt. Auf jener Bahn, auf der das Doppel Thomas Steu/Lorenz Koller zum Saisonauftakt im vergangenen November zweimal (Hauptrennen und Sprint) triumphierte. Besser könnte die Ausgangsposition im Kampf um die Kristallkugel für das ÖRV-Duo (fast) nicht sein.

„Fein wäre es schon, wenn wir schon auf unserer Heim-Bahn alles klarmachen könnten und nicht noch in St. Moritz zittern müssen“, schmunzelt Steu. Taktieren kommt für die Vorarlberger/Tiroler-Paarung nicht in Frage, das Rechnen wollen sie der Konkurrenz überlassen. „Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann ist es möglich. Wir werden voll angreifen, Verwalten liegt uns nicht im Blut“, schickt Steu eine Kampfansage an Toni Eggert/Sascha Benecken aus Deutschland, den ersten Verfolgern im Gesamtweltcup.

Die unsichere Wetterlage in den kommenden Tagen kann den vierfachen Saisonsiegern nichts anhaben. Auf dem Materialsektor sind sie bestens aufgestellt. „Wir haben für jedes Wetter das richtige Material. Mittlerweile haben wir drei Schienen, mit denen wir Weltcups gewonnen haben. Zwei davon kommen für Igls in Frage“, verrät Steu.

Ein Triumph im Gesamtweltcup hätte für das Duo einen enorm hohen Stellenwert: „Das wäre mehr wert als ein WM-Titel. Höher ist nur Olympia einzustufen.“

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Dieser Meinung ist auch Andreas Linger, der zusammen mit seinem Bruder Wolfgang zweimal Olympia-Gold einfuhr und einmal den Gesamtweltcup (2011/12). „Der Kristallpokal war für uns die Krönung und der letzte große Titel. Es hätte mich sehr gewurmt, wenn wir das nicht geschafft hätten“, gibt Linger zu. „Es ist verzwickt. Auf manchen Bahnen tut man sich schwer. In Winterberg oder Igls haben wir über Jahre kein Rezept gefunden, ehe wir dort auch gewonnen haben. Es muss einfach über die ganze Saison alles zusammenpassen.“ So wie bei Steu/Koller im bisherigen Winter. „Ich bin überzeugt, dass sie es schaffen“, so Linger.

Rodel-Weltcup in Igls

Programm Samstag: Doppelsitzer (9.05 Uhr/10.25 Uhr); Herren (11.45/13.20).

Programm Sonntag: Damen (08.55/10.20); Sprint Herren (11.45), Sprint Doppel (12.30), Sprint Damen (13.05).

ÖRV-Aufgebot: Damen: Madeleine Egle, Hannah Prock, Lisa Schulte, Barbara Allmaier. Herren: David Gleirscher, Nico Gleirscher, Wolfgang Kindl, Reinhard Egger, Jonas Müller. Doppel: Thomas Steu/Lorenz Koller, Yannick Müller/Armin Frauscher, Juri Gatt/Riccardo Schöpf.


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