Geplantes Feriendorf sorgt in Kramsach für Debatten

In Kramsach-Hagau soll auf zwei Hektar ein Feriendorf entstehen. Die Kommunalpolitik ist gespalten, die Widmung schwierig.

Von Wolfgang Otter

Kramsach – Es sind scheinbar ungelegte Eier, die da in Kramsach heiß diskutiert werden. Zumindest nach Ansicht von Bürgermeister Bernhard Zisterer. Und doch wurden bei der Bauausschusssitzung am Montag erste Skizzen für ein touristisches Großprojekt gezeigt. So soll im Ortsteil Hag­au auf zwei Hektar ein Feriendorf entstehen. Vorerst mit 27 Einheiten, weitere sind geplant. Dahinter stehen der bekannte Unterländer Unternehmer Alban Gubert als Bauherr und die „Alps Residence Holidayservice GmbH“ als Betreiber. Gerhard Brix, CEO der Gesellschaft, spricht nur von einer Sondierung, daher könne er dazu nicht Stellung nehmen.

Es ist weniger das Projekt, sondern vielmehr die Lage, die in der Kramsacher Kommunalpolitik zu Diskussionen führt. Für Ortsbauernobmann Markus Vögele, er ist auch Gemeinderat der Liste Gemeinsam für Kramsach (GfK), „ist es ein gutes Projekt, aber am falschen Platz“. Die zwei benötigten Hektar im Ortsgebiet Kramsach-Hagau seien nämlich landwirtschaftliche Fläche und scheinen „im Grünzonenplan“ auf. Der Wirtschaftsflügel der GfK-Liste steht jedoch dem Projekt „positiv“ gegenüber, wie GR Wolfgang Schonner sagt. Mehr Unterstützung erhält der Ortsbauernobmann von den Krams­acher Grünen. Das Projekt gefalle aufgrund der Nachhaltigkeit und durch Impulse für die heimische Wirtschaft, so GR Helmut Nindl. Aber „es ist für uns als Grüne nicht vorstellbar, dass ein bisher landwirtschaftlich gewidmetes Grundstück, komplett auf der grünen Wiese, touristisch gewidmet und genutzt werden soll“, fügt Nindl an.

Wirtschaft ja, aber mit Vorsicht, so reagiert der freiheitliche Gemeinderat Andreas Gang. „Ein Chaletdorf wird von uns kritisch gesehen, auch der Standort ist weg vom Schuss und noch nicht gewidmet und erschlossen“, so Gang, der keinesfalls „Zweitwohnungen“ haben möchte. Dem widerspricht Gubert: „Es ist kein Verkauf von Immobilien geplant oder vorgesehen. Der bisherige Pächter der betroffenen Wiese ist vordergründig der einzige Betroffene. Auch für ihn ist eine Integration in das Projekt vorgesehen“, versichert er.

Laut BM Zisterer wird man Feriendörfer der Alps Residence Holidayservice GmbH besichtigen, denn die Firma betreibt 21 Ferienanlagen mit rund 5000 Betten. Zuletzt gab es Diskussionen um die Widmung für ein neues Hoteldorf in Hopfgarten.

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