Debatte über Corona-Impfungen in Tiroler Privatspitälern

Nicht alle 500 Impfdosen sind schon verimpft worden, seit Donnerstag gibt es einen Impfstopp in den Privatkliniken. Laut Land wird geprüft, ob nicht verwendete Mengen anderen „Risiko“-Gruppen zugeteilt werden können.

50 Prozent des Medalp-Personals wurden bereits geimpft.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Dass auch in Privatkliniken ein Teil des Personals bereits geimpft wurde, sorgt für neuerliche Debatten über die Verteilung des Corona-Impfstoffs in Tirol. Dazu zählen u. a. die Medalp für ambulante Chirurgie von Alois Schranz in Mils bei Imst, das Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck oder das Sanatorium Hochrum, wie der Standard berichtete.

Vorreihungen habe es keine gegeben, teilt das Land mit. Die Medalp hat im Frühjahr 2020 Covid-Patienten versorgt, derzeit erfolgt das nicht. In der Kettenbrücke wurden Corona-Patienten betreut. Auch aktuell gibt es dort eine Covid-Station sowie eine Vereinbarung mit den Tirol Kliniken über die Behandlung von Allgemeinpatienten, sollte es in den Landesspitälern eng werden.

Weil es zum Jahreswechsel bei den Impfstoffanforderungen nur schleppend voranging, hat man alle Spitäler angewiesen, Impfdosen abzurufen. „Das haben auch die Privatkliniken getan“, betont der Leiter des Einsatzstabs Elmar Rizzoli. In der Priorisierung der Phase 1 wurden damals sämtliche Gesundheitseinrichtungen genannt. Nicht alle 500 Impfdosen sind schon verimpft worden, seit Donnerstag gibt es einen Impfstopp in den Privatkliniken. Laut Land wird geprüft, ob nicht verwendete Mengen anderen „Risiko“-Gruppen zugeteilt werden können.

„Warum gerade während der offenkundigen Engpäss­e in der Schranz-Klinik die Impfungen erhältlich sind, die anderswo viel dringender benötigt werden, ist in keiner Weise nachvollziehbar“, kritisiert etwa SPÖ-Chef Georg Dornauer.

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Letztlich haben sich auch viele Bürgermeister mit Bezug zu Altenheimen oder Spitälern immunisieren lassen. Wie die Lienzer BM Elisabeth Blanik (SPÖ) als Leiterin des Alten- und Pflegeheims oder der Obmann des Bezirkskrankenhauses Lienz und Matreier BM Andrea Köll (VP). „Weil wir in unseren Funktionen regelmäßig im Krankenhaus bzw. im Altenheim sind“, sagt Blanik. Sie fordert eine Differenzierung. „Bei uns wurden die Mitarbeiter des Sozialsprengels ebenfalls geimpft.“ Was gar nicht gehe, sei die Impfung von Ehefrauen der Bürgermeister, „die damit gar nichts zu tun haben“. (pn)


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