Weltcup-Comeback für Bernhard Gruber: „Dem Herzerl geht’s gut“

Bernhard Gruber gibt nach Herz-OP in Lahti sein Weltcup-Comeback.

Ex-Kombinierer-Weltmeister Bernhard Gruber trainierte zuletzt am Bergisel.
© ösv

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Das Lächeln hinter der Maske verrät: Es kann wieder losgehen! ÖSV-Kombinierer Bernhard Gruber, der mit seinen 38 Lenzen auch „Team-Papa“ genannt wird, holte sich Anfang der Woche am Bergisel das Feingefühl für sein Weltcup-Comeback am Wochenende in Lahti (FIN). „Es fühlt sich speziell an. Der Bergisel taugt mir voll und ich habe die Schanze bewusst für die ersten Sprünge auf der Großschanze gewählt“, erzählte der dreifache WM-Medaillengewinner von Seefeld 2019, der im vergangenen Februar die Saison abrupt abbrechen musste und am Herzen (Stent-Implantat) operiert wurde.

Den Sommer und Herbst habe er hart am Comeback gearbeitet und schlussendlich grünes Licht von Seiten des ÖSV bekommen. „Ich fühle mich fit. Das Feue­r brennt und dem Herzerl geht’s gut, das ist das Wichtigste.“ Der Weltmeister von Falun 2015 hat auch „ohne Probleme“ schnelle Langlaufeinheiten absolviert. Vor der Weltcup-Rückkehr wisse er „absolut nicht, wo ich stehe“. Der Salzburger wolle offensiv ans Training herangehen. „Ich werde es auf mich zukommen lassen, ein Wettkampf ist immer etwas anderes. Natürlich hoffe ich, dass etwas Lässiges rauskommt“, blickt der zweifache Familienvater voraus und hat mit dem Seefeld-Triple (ab 29.Jänner) das nächste Ziel vor Augen.

In Finnland stehen davor ein Team-Sprint (Samstag) und ein Gundersen-Bewerb (Sonntag) am Rennkalender. Aus Tiroler Sicht will Lukas Greiderer erneut um einen Podestplatz mitkämpfen, Johannes Lamparter indes lässt den Skandinavien-Trip aus. Für Gruber ist das „dabei sein“ schon ein gefühlter Sieg, der mit viel Emotionen verbunden ist.

Skispringen: Ebenfalls in Lahti gehen die ÖSV-Skispringer mit zwei Einzelbewerben auf Weitenjagd. Nach dem erfreulichen Teamsieg in Zakopane (POL) dürfen die Adler wieder auf den zweifachen Gesamtweltcupsieger Stefan Kraft zählen, der sich nach einwöchiger Regeneration zurückmeldete.

jobs.tt.com: Suchen und gefunden werden

Laden Sie Ihren Lebenslauf auf jobs.tt.com hoch und werden Sie von Top-Arbeitgebern aus Tirol gefunden.

Neu im Weltcup-Team von Cheftrainer Andreas Widhölzl ist der 19-jährige Vorarlberger Niklas Bachlinger, der zuletzt am Bergisel mit seiner Leistung im Continental Cup (Plätze zwei und drei) aufzeigen konnte. Indes konnten sich die Tiroler Gregor Schlierenzauer und Thomas Lackner nicht für das siebenköpfige Aufgebot empfehlen.

Die ÖSV-Skispringerinnen freuen sich indes auf einen „zweiten Saisonstart“ in Ljubno (SLO). Mehr als einen Monat nach dem Weltcup-Auftakt in Ramsau am Dachstein steht für die sechs Österreicherinnen erst der zweite Bewerb des Winters auf dem Programm. Eva Pinkelnig fehlt nach ihrem Trainingssturz im Dezember (Milzriss) ebenso wie Jacqueline Seifriedsberger nach ihrem Sturz im Weltcup von Lillehammer im März des vergangenen Jahres (Kreuzbandriss). „Wir haben die letzten Wochen gut trainiert und sind für die kommenden Aufgaben vorbereitet“, sagte ein optimistischer Cheftrainer Harald Rodlauer.


Kommentieren


Schlagworte