Sein Herz schlug für Kristall und den Fußball: Trauer um Gernot Langes-Swarovski

Der Kristallkonzern Swarovski trauert um Gernot Langes-Swarovski (77). Wie gestern bekannt wurde, ist der Urenkel von Unternehmensgründer Daniel Swarovski nach längerer Krankheit gestorben. Der Ehrenringträger des Landes Tirol führte 35 Jahre lang den Konzern.

Gernot Langes-Swarovski machte aus dem Kristallunternehmen einen Weltkonzern.
© Parigger

Wattens – Er war einer der schillerndsten und erfolgreichsten Unternehmer des Landes und machte aus Swarovski in Wattens einen Weltkonzern. Der Urenkel des Konzerngründers Daniel Swarovski prägte das Unternehmen fast ein halbes Jahrhundert lang, ehe er 2002 nach 35 Jahren die Führung an seinen Sohn Markus abgegeben hat. Gestern Nachmittag ist Gernot Langes-Swarovski (77) nach langer schwerer Krankheit verstorben.

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Für seine Verdienste um das Land Tirol hat ihm die Landesregierung 2007 die höchste Auszeichnung verliehen, den Ehrenring, außerdem war er Träger des Goldenen Verdienstkreuzes der Republik Österreich.

Der passionierte Frühaufsteher trat im Jahr 1964 als Kommanditist und geschäftsführender Gesellschafter ins Familienunternehmen ein. Von da an prägte er das weltweite Antlitz und damit den Erfolg des heute in über 170 Ländern agierenden Kristallkonzerns.

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Der ehemalige Landeshauptmann Herwig van Staa (l.) überreichte Gernot Langes-Swarovski den Ehrenring des Landes.
© Parigger

In seine Ära fiel etwa die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts (geschliffene Kristalle für die Schmuck-und Modeindustrie) mit der weltweiten Vermarktung von kristallinen Geschenk- und Schmuckartikeln. Anfang der 1980er wurde der erste Swarovski-Shop in London eröffnet, 1995 folgten die gemeinsam mit André Heller kreierten Swarovski Kristallwelten in Wattens.

Auch als „Weinbauer“ mit riesigen Weingütern in Argentinien und China, Produzent von Bioprodukten, Flugunternehmer mit der Gründung der „Aircraft Innsbruck“ (später Tyrolean Airways) und als Fußballpräsident bei „FC Swarovski Tirol“ hatte er Erfolg.

Wegen seiner Krankheit hatte sich Gernot Langes-Swarovski weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Er hinterlässt drei Kinder.

LH Platter: „Ein ganz großer Tiroler ist nicht mehr“

Tief betroffen zeigt sich Landeshauptmann Günther Platter über das Ableben von Langes-Swarovski: „Ein ganz großer Tiroler ist nicht mehr – sein Handeln und Wirken für das Familienunternehmen Swarovski, das er zur international angesehenen Marke ausgebaut hat, sowie für den Standort Wattens und das Bundesland Tirol waren stets ungebrochen und bleiben unvergessen. Das gilt auch für sein Engagement für das Sportland Tirol. Langes-Swarovski war auch ein bemerkenswerter Visionär, der in Tirol sehr viel in Bewegung gebracht hat. Mein aufrichtiges Beileid gilt allen Hinterbliebenen."

Tirol verliere einen seiner Paradeunternehmer, der weit über die Grenzen Tirols hinaus agierte, betont Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Gernot Langes-Swarovski wird uns als einzigartiger Tiroler Manager mit Weitblick und Innovationsgeist in Erinnerung bleiben – er hat für den Wirtschaftsstandort Tirol Großes geleistet, das noch bis weit in die Zukunft nachwirken wird."

Betroffen reagiert auch Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl: „Gernot Langes-Swarovski war der Inbegriff, das Sinnbild des Unternehmens, dessen erfolgreiche Entwicklung als globaler Player er bis 2002 markant und in unnachahmlicher Weise lenkte. Visionär, zielstrebig und zugleich heimatverbunden und traditionsbewusst. Langes-Swarovski war in gewisser Weise ein Archetyp des Tiroler Wirtschaftstreibenden, dem das Zuhause stets wichtig und der zugleich überall auf der Welt zuhause war. In seiner unverkennbaren Art prägte er das wirtschaftliche, gesellschaftliche und über den Fußball auch das sportliche Leben Tirols." (TT, TT.com)


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