Platzbedarf: Bezirkskrankenhaus Reutte mit vier Großbaustellen

Rund 30 Mio. Euro werden auf dem Areal des Bezirkskrankenhauses Reutte verbaut. Ein erhöhter Platzbedarf und die moderne Medizin machen die Investitionen notwendig.

Bei der Eröffnung 1968 verlor sich das Bezirkskrankenhaus Reutte auf dem großen Areal.
© Gemeinde Ehenbichl/Raut, Marke

Von Simone Tschol

Ehenbichl – Auf dem Areal des Bezirkskrankenhauses Reutte in Ehenbichl kommt in den kommenden vier bis fünf Jahren einiges ins Rollen. Und zum überwiegenden Teil werden dies Baustellenfahrzeuge sein. Vier Großbaustellen stehen auf dem Plan. Das Kostenvolumen wird mit rund 30 Millionen Euro beziffert.

Die Vorarbeiten wurden von der Gemeinde Ehenbichl bereits erledigt. Bürgermeister Wolfgang Winkler: „Wir haben die Grundlagen geschaffen, Widmungen gemacht und geschaut, dass baurechtlich alles passt.“ Er erinnert sich: „Als das Krankenhaus vor 53 Jahren eröffnet wurde, war es ein schlanker, schmaler Bau. Trotz seiner Größe wirkte das Gebäude auf dem großen Areal fast verloren. Heute ist das Gelände fast zur Gänze verbaut und ist zu einem Gesundheitszentrum gewachsen.“

Und die Entwicklung geht weiter. Vier Großbaustellen stehen in den kommenden Jahren an. Eine davon betrifft das Parkdeck. Dieses wird überbaut. Dort sollen Ärztedienstzimmer entstehen. Weiters steht die Erweiterung der Krankenpflegeschule bevor, um dem erhöhten Platzbedarf für die Ausbildung der Pflegekräfte Rechnung zu tragen. Winkler: „Viele Leute orientieren sich gerade jetzt neu. Die Pflege bietet Zukunftschancen und boomt. Das müssen wir mitnehmen.“

Inzwischen füllen Ärztehaus, ARA-Hangar, Pflegeschule samt Schülerheimen, Bezirkspflegeheim „Haus Ehrenberg“, Parkgarage, Krankenhaus und Mitarbeiterwohnhaus fast das gesamte Gelände aus.
© Gemeinde Ehenbichl/Rauth

In direkter Nachbarschaft zur Pflegeschule wird die dritte Baustelle entstehen. Dort wird der Neubau des Bezirkspflegeheimes angesiedelt. 60 zusätzliche Betten sollen entstehen. Winkler: „Der Platz vor dem ehemaligen Eingang soll dann – mit Ausnahme der Einsatz- und Rettungsfahrzeuge – verkehrsfrei bleiben. Das Parkdeck ist künftig nur noch von unten erreichbar. Der Innenhof, der so entsteht, kann dann auch von den Bewohnern des Pflegeheimes genützt werden. Die Größe ist überschaubar. Niemand kann sich verlaufen.“

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Die letzte Baustelle wird das BKH an sich. Dieses soll umgebaut und für die Ansprüche der modernen Medizin adaptiert werden. Dazu zählt auch die Umstrukturierung und Zusammenlegung diverser Abteilungen, um mehr Sy­nergien zu schaffen.

Winkler: „Das Haus wird baulich anders organisiert. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist hier das Schlagwort. Früher hat man Betten geschaffen, da das belegte Bett bezahlt wurde. Heute wird der Eingriff bezahlt. Der Trend geht immer weiter in Richtung tagesklinische Eingriffe. Entsprechend muss auch das Spital aufgestellt sein.“

Gemeindeverband entscheidet über Areal

Was auf dem Areal des Bezirkskrankenhauses geschieht, obliegt einzig und allein dem Gemeindeverband. Sowohl Grund und Boden als auch die Gebäude sind im Besitz aller Außerferner Gemeinden mit Ausnahme von Jungholz. Auch die personellen Entscheidungen werden vom Gemeindeverband gefällt. Verbandsobmann Aurel Schmidhofer: „Die Bürgermeister, die über die Zukunft des Krankenhauses entscheiden, sind ja alle ,up to date‘, am Nerv der Zeit. Sie wissen, dass die Bevölkerung immer älter wird und es in Zukunft mehr Pflegeplätze braucht. Und dies bedeutet auch einen höheren Bedarf an Personal. Deshalb gehen die Erweiterung der Pflegeschule und der Bau des neuen Pflegeheimes Hand in Hand. Die Sanierung und Adaptierung des Krankenhauses ist auch ein logischer Schritt. Da muss man nachrüsten, um am Ball zu bleiben.“ Schmidhofer schätzt den Kostenanteil für die Gemeinden auf fünf bis zehn Millionen Euro. „Genau wissen wir das natürlich erst zum Schluss“, so der Verbandsobmann.

Standortbürgermeister Wolfgang Winkler sieht den Arbeiten mit Spannung entgegen. „Die Baustellen müssen bei laufendem Betrieb abgearbeitet werden. Um die Zufahrten frei zu halten, werden wir die Baustellen über einen eigenen Weg hinter dem Mitarbeiterhaus erschließen.“ Die Wertschöpfung soll möglichst in der Region bleiben, um hier einen entsprechenden wirtschaftlichen Impuls zu setzen.

Eine weitere „Baustelle“ steht dem Verband heuer noch bevor. Verwaltungsdirektor Dietmar Baron tritt im Herbst in den Ruhestand. Es gilt also einen neuen Top-Manager für das Haus zu finden. Immerhin ist das BKH samt Pflegeheim der zweitgrößte Arbeitgeber im Bezirk. „Baron hatte immer ein gutes Händchen – finanziell und personell. Es sind große Fußstapfen, die er hinterlässt“, sind sich Schmidhofer und Winkler einig.


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