Bescheid der Gemeinde: Waidringer Hotelruine muss abgerissen werden

Das Landesverwaltungsgericht bestätigte den Gesamtabbruchbescheid der Gemeinde für den ehemaligen Alpengasthof Steinplatte in Waidring.

Im April dieses Jahres wurde ein Teil des Gebäudes abgerissen, danach erfolgte der Gesamtabbruchbescheid der Gemeinde Waidring.
© privat

Von Michael Mader

Waidring – Ist der Schandfleck auf der Steinplatte in Waidring bald Geschichte? Bürgermeister Georg Hochfilzer jedenfalls hofft das: „Dort oben sind immer viele Leute. Es ist einfach zum Schämen. Das geht ja schon seit dem Jahr 2002 so.“

Damals erwarb ein Geschäftsmann aus dem Raum Rosenheim den ehemaligen Alpengasthof Steinplatte und nahm mehrere Um- und Ausbauten vor – allerdings fehlten dafür zum Teil die Genehmigungen. Wie mehrfach berichtet, folgten eine verhinderte Versteigerung, ein Besitzerwechsel und ein geplantes Hotelprojekt mit 120 Betten, während das Hauptgebäude und ein später bewilligtes Nebengebäude zusehends verfielen.

Abbruchbescheide wurden immer wieder bekämpft

Die Gemeinde erließ mehrere Abbruchbescheide, die jedoch immer wieder bekämpft wurden. Das Landesverwaltungsgericht bestätigte schlussendlich den Abbruchbescheid des Dachgeschoßes. Laut einem Gutachten ist dieses nämlich einsturzgefährdet. Eine Zwangsversteigerung durch die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel konnte quasi in letzter Minute durch die Hinterlegung von 330.000 Euro für die Abbrucharbeiten durch den nunmehrigen bayerischen Mehrheitseigentümer verhindert werden. Mit der Durchführung des Teilabbruchs wurde schließlich im April dieses Jahres begonnen.

Schon damals hat Bürgermeister Hochfilzer aber auch einen Gesamtabbruchbescheid erlassen, weil nicht innerhalb von vier Jahren ab dem Baubescheid mit den geplanten Arbeiten begonnen worden ist. Gegen diesen Bescheid wurde jedoch erneut berufen. Hochfilzer: „Das Verfahren hat ein halbes Jahr gedauert, aber das Landesverwaltungsgericht hat den Gesamtabbruchbescheid definitiv bestätigt. Das heißt, da oben muss jetzt was geschehen.“ Die Frist läuft laut Bürgermeister jedenfalls im Oktober dieses Jahres aus.

Noch keine Auskunft der Mehrheitsgesellschafter

Was mit dem ehemaligen Alpengasthof Steinplatte jetzt wirklich geschieht, wollte die Tiroler Tageszeitung vom Mehrheitsgesellschafter der im Jahre 2012 gegründeten Residenz Steinplatte GmbH wissen. Dieser ist seit dem 26. Oktober 2019 nicht nur Geschäftsführer, sondern hat zu diesem Zeitpunkt auch die Mehrheitsanteile übernommen. Auskunft wollte er jedoch keine geben und verwies auf einen telefonischen Gesprächstermin in einer Woche.

Was dort oben am Berg in näherer Zukunft geschieht, bleibt für die Bevölkerung jedenfalls weiter spannend. Laut Wirtschaftsauskunft weist der Jahresabschluss der Residenz Steinplatte GmbH für das Jahr 2018 nämlich einen Bilanzverlust von mehr als 86.000 Euro aus, für das Jahr 2019 gar ein Minus von 1,1 Millionen Euro. Für das Vorjahr wurden die Geschäftsdaten noch nicht eingereicht.


Kommentieren


Schlagworte