Stadt Imst: „Neubau der Bergbahn ist vom Tisch“

Die Mittelstation der Imster Bergbahnen – heuer sollte eigentlich umgebaut werden.
© Imster Bergbahnen

Imst – Trotz prinzipiellem Ja und einer Finanzierungszusage scheinen die Neubaupläne der Imster Bergbahnen gescheitert. Denn in seiner Sitzung am Freitagabend beschloss der Aufsichtsrat des Imst Tourismus unter Thomas Schatz – aus Sicht der Stadtgemeinde – „nur“ einen Anteil von 3,7 Millionen Euro zum 20,5-Millionen Projekt. Und damit klafft plötzlich wieder ein 1,3-Millionen-Euro-Loch im Finanzierungsplan, das von der Stadt nicht bewältigbar sei, so Stadtchef Stefan Weirather und sein Vize und Bergbahn-Aufsichtsratschef Gebi Mantl.

Das Projekt sei „vom Tisch, der Aufsichtsrat von Imst Tourismus lässt der Neubau der Imster Bergbahnen scheitern“, sagen sie. Eigentlich wurden fünf Millionen Euro vom Imst Tourismus erwartet. Die Stadt Imst hatte in mehreren Sitzungen klargestellt, nicht mehr als die beschlossenen 6,35 Millionen Euro beisteuern zu können. TVB-Obmann Hannes Staggl lieferte daher einen Vorstandsbeschluss vom 21. Dezember über die fünf Millionen. Er zeigt sich nun „zutiefst enttäuscht und entsetzt“, dass Unternehmer im Aufsichtsrat, die vom Tourismus leben, nur die 3,7 Millionen zur Verfügung stellen wollen. „Damit schwimmt das Projekt“, so Staggl. Die Bahn sei zentrales Argument für Urlaub in der Region. Er sieht „jedenfalls keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit unserem Aufsichtsrat“.

Der TVB komme seiner Verpflichtung durch den 20-prozentigen Anteil an den Bergbahnen nach, betont hingegen AR-Chef Schatz. Dafür müsse die Vollversammlung am kommenden Dienstag auch die Erhöhung der Nächtigungsabgabe von zwei auf drei Euro beschließen. Die 3,7 Millionen seien in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage „mehr als mutig“, man habe ja auch einen Kredit wegen der installierten Beschneiung zu bedienen und laufend in die Infrastruktur investiert. Schatz sieht die Stadtgemeinde Imst als Hauptgesellschafter am Zug. Nach seiner Rechnung würde die Stadt weniger als ihre 65 Prozent Anteil an der Bergbahn beitragen.

„Ursprünglich war von einer Drittellösung die Rede“, sagt BM Weirather. Die Stadt habe 6,35 Millionen Euro beschlossen, die Bergbahnen steuern die gleiche Summe als Eigenleistung bei, insgesamt also zwei Drittel. Abzüglich der Förderungen wären für den TVB fünf Millionen zu finanzieren. Mit den 3,7 Millionen (18 Prozent der 20,5 Millionen) sei das „zu 100 Prozent touristische Projekt gescheitert“.

Der zusätzliche Nächtigungs-Euro ab Mai 2022 würde in einem normalen Jahr mehr als 400.000 Euro bringen, erklärt Staggl. Die Finanzierung wäre auf 15 Jahre ausgelegt, man habe mit 350.000 Euro jährlichem Aufwand für die fünf Millionen gerechnet. Die 3,7 Millionen würden nur 80.000 Euro weniger bedeuten. (pas)


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