Erster Todestag von Kobe Bryant: „Legenden sterben nie“

Am 26. Jänner 2020 um 9.45 Uhr Ortszeit stürzt nördlich von Los Angeles ein Hubschrauber ab. Gerüchte werden rasch zur traurigen Gewissheit: Neun Menschen sind tot, darunter Basketball-Superstar Kobe Bryant. „Es gibt viel, das stirbt auf dieser Welt. Aber Legenden sterben nie. Und er ist exakt das“, betonte LeBron James nun ein Jahr nach dem Unglück in Interviews.

Bryant wurde für den aktuellen Megastar der National Basketball Assocation (NBA) vom Vorbild zum Freund. Nun versucht James, dessen Vermächtnis fortzuführen. Mit kleinen Gesten wie Bryants Nummer 24 auf dem Finger, und Titeln wie der Meisterschaft im Vorjahr. Es war der erste für die Lakers, seit dem fünften und letzten mit Bryant zehn Jahre zuvor.

Der ehemalige NBA-Profi mit dem Spitznamen „Black Mamba“ hat eine Bedeutung, die weit über die Anhänger der Lakers oder Basketball-Fans hinaus geht. Selbst Menschen, die sich mit Sport nur am Rande beschäftigen, können mit seinem Namen etwas anfangen. Weltweit. Er zählt zu den wenigen Personen auf diesem Planeten, deren Vorname ausreicht: Kobe. Jeder weiß, wer gemeint ist.

Sein Tod im Alter von nur 41 Jahren hat Millionen berührt. Musiker, Schauspieler, andere Sportler: Bryant hat sehr vielen Menschen sehr viel bedeutet. NBA-Legende Michael Jordan, der das große Vorbild von Bryant war, ebenso wie Rap-Superstar Snoop Dogg, der ein glühender Lakers-Fan ist. Marc Gasol, der seit dieser Saison für den Club aus Los Angeles spielt und dessen Bruder Pau einst an der Seite von Bryant zwei NBA-Titel (2009 und 2010) gewann, kann noch immer nicht öffentlich über das Unglück sprechen. „Es ist zu emotional“, sagt der Spanier. „Er ist jemand, zu dem wir aufgeschaut haben.“ Nächste Frage bitte.

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Warum der Hubschrauber an jenem Sonntagvormittag abstürzte und die Insassen nie bei ihrem Ziel - einem Nachwuchs-Basketball-Turnier - ankamen, ist noch immer nicht geklärt. Bryant nutzte das Verkehrsmittel häufig, um dem notorischen Stau in der kalifornischen Metropole zu entgehen.

Am 9. Februar gibt es eine weitere Anhörung der US-Behörde für Transportsicherheit. In einem vorläufigen Bericht wurden technische Probleme an dem Helikopter vom Typ Sikorsky S-76B bereits ausgeschlossen. Die „Los Angeles Times“ berichtete zuletzt, dass alle Informationen die Theorie stützten, dass der Pilot in den Wolken des hügeligen Gebiets nördlich von Los Angeles die Orientierung verloren hat. Statt, wie Fluglotsen gegenüber angekündigt, aufzusteigen sei der Hubschrauber gesunken.

Bryant ist im Stadtbild von Los Angeles noch immer omnipräsent. Die in Corona-Zeiten weniger gewordenen Straßenhändler haben seine Trikots mit den Nummern 8 und 24 noch immer im Angebot. Verteilt über viele Gegenden der Millionen-Metropole haben Straßenkünstler Porträts der Legende hinterlassen, an Häuserfassaden, Mauern, Garagentoren. Oft überlebensgroß und oft mit seiner Tochter Gianna, genannt Gigi, die im Alter von 13 Jahren ebenfalls unter den insgesamt neun Toten des Unglücks war. Mit seiner Frau Vanessa hatte Bryant vier Töchter.

Die Auszeichnung für den wertvollsten Spieler des All-Star-Games hat die NBA inzwischen nach Bryant benannt. Stolze 18 Mal war er in eines der Teams für den Show-Kampf der besten und beliebtesten Profis gewählt worden. Fünf Mal holte er in 20 Jahren mit den Lakers die Meisterschaft, er spielte nie für ein anderes NBA-Team.

Seine 33.643 Zähler in Grunddurchgangsspielen werden nur von den anderen Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und James übertroffen. Letzterer überholte Bryant in der Bestenliste am Tag vor dem Absturz, Bryants letzter Tweet war ein Glückwunsch an „King James“: „Viel Respekt mein Bruder“.

Beim ersten Heimspiel nach dem Unglück vor einem Jahr hielt James eine bewegende Rede im voll besetzten Staples Center. „Wir wollen sein Vermächtnis fortsetzen, nicht nur in diesem Jahr, sondern so lange wir Basketball spielen“, versprach der mittlerweile 36-Jährige damals unter dem Jubel der Fans. „In den Worten von Kobe Bryant: Mamba out. In unseren Worten: Unvergessen.“


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