Die Kaltschnäuzigkeit zeugt von höherer Reife

Cool, cooler, WSG Tirol – nach dem 4:2-Sieg beim LASK wartet schon morgen (18.30 Uhr/live TT.com-Ticker) im Tivoli Altach auf die Wattener Himmelsstürmer.

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Der slowenische Flügel herzt den dänischen „Ballermann“ – Žan Rogelj (l.) nahm sich Doppeltorschütze Nikolai Baden Frederiksen zur Brust.
© gepa

Von Alex Gruber

Pasching, Wattens –„Ich habe mir ehrlich gesagt gedacht, dass wir in dieser Runde aus den Top sechs rausfallen können“, gestand WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger. Denn mit dem nächsten Husarenstück war bei der Liga-Heimmacht nicht zu rechnen, zudem ließ St. Pölten beim 2:2 gegen die Admira zwei Punkte liegen und kam auch der WAC in der ersten Frühjahrsrunde gegen Hartberg nicht über ein 0:0 hinaus. Die WSG hat sich mit dem sechsten Saisonsieg (gleich viele wie in der kompletten letzten Saison in 32 Partien!) vier Punkte Luft auf Platz sieben verschafft, deren zwölf sind es sogar schon auf die beiden Schlusslichter Alt­ach und Admira.

„Es ist noch nichts in trockenen Tüchern, aber wir haben unseren Vorsprung vergrößert. Und dabei blicke ich auch aufs Tabellenende. Wir dürfen keinen Millimeter nachlassen“, wiederholt Sportmanager Stefan Köck gebetsmühlenartig, ja mit beiden Beinen am Boden zu bleiben: „Es hat sich was entwickelt. Im Team wie im kompletten Trainerstab. Unsere Mannschaft ist immer hervorragend eingestellt.“

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Und die stark verjüngte WSG mit dem 20-jährigen Sturmduo Nikolai Baden Frederiksen (zwei Tore, ein Assist und den Elfer gegen den LASK herausgeholt) und Kelvin Yeboah (zwei Assists, ein Elfertor) glänzt mit einer Kaltschnäuzigkeit, die beeindruckt. Denn die Statistik sprach beim Match in Pasching bei 35 Prozent Ballbesitz, 44 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und einer ausbaufähigen Passquote (55 %) klar für den Gegner. Die WSG-Youngsters spuckten aber Eiswürfel, verteidigten gegen den bei Standardsituationen so starken LASK elf Ecken weg, um bei drei eigenen (Tor von Gugganig, Lattenkopfball von Behounek) viel Gefahr auszustrahlen. Köck lobt in dieser Hinsicht die Arbeit von Co-Trainer Martin „Schweini“ Švejnoha.

Zuerst Altach daheim, dann die Austria auswärts

Eiswürfel spuckt auch Silberberger, wenn er sagt: „Wir stehen im Moment stabil da.“ Und wie: Von den 20 Punkten eroberte seine junge Mannschaft die Hälfte gegen die fünf anderen Teams aus den Top sechs (weitere Siege gegen Rapid und den WAC), wäre hier in einer eigenen Tabelle Dritter hinter Rapid und Salzburg.

Weil der Erfolg von gestern oft der schlimmste Feind für die Zukunft ist, richten die Kristallstädter schon wieder den Fokus nach vorne aus. Die ersten acht Frühjahrstage will man beim Heimspiel gegen Altach (Mittwoch) und auswärts bei der Austria (Sonntag) veredeln.

„Ich gehe davon aus, dass die Rasenheizung läuft“, blickt Köck ins Tivoli-Stadion. Und um mehr Natur-Raseneinheiten zu ergattern, reist die WSG vielleicht schon am Freitag nach Wien an.


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