SPÖ pocht auf Nachtbetreuung in den Tiroler Gesundheits- und Sozialsprengeln

Für die SPÖ ist unklar, warum eine Nachtbetreuung in Tiroler Sozialsprengeln seitens der Landesregierung auf die lange Bank geschoben wird
© APA

Schwaz, Innsbruck – Sie wollen nicht aufgeben. Nicht bei diesem Thema. Denn für die Schwazer VBM Victoria Weber und LA Elisabeth Fleischanderl ist eine flächendeckende Nachtbetreuung in den Tiroler Gesundheits- und Sozialsprengeln ein Thema mit Brisanz. Doch die beiden SPÖ-Politikerinnen fühlen sich von den Regierungsparteien ÖVP und Grüne ausgebremst.

Stillstand seit zwei Jahren

Bereits vor zwei Jahren verabschiedete die Gemeinde Schwaz eine Resolution an die Landesregierung, damit ein kostendeckender Nachttarif für die Gesundheits- und Sozialsprengel eingeführt wird und man so die mobile Pflege stärken könne. Doch seither ist nichts passiert. Für Weber ist das enttäuschend: „In Schwaz ist es noch möglich, sich über Parteigrenzen hinweg für wichtige Themen einzusetzen. Im Land geht es scheinbar nur um politische Spielchen. Für mich ist so ein Verhalten unverständlich – vor allem weil wir ja auch einen Landtagsabgeordneten im Schwazer Gemeinderat sitzen haben.“ Ärgerlich ist für Fleischanderl auch, dass sich Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg in einer schriftlichen Anfragebeantwortung im Landtag für die Erarbeitung eines Konzeptes aussprach, die ÖVP im Ausschuss dann aber für eine Aussetzung des Themas stimmte.

Das Kuriose: Es gäbe sogar schon ein Konzept. Lukas Figl, GF Sozialsprengel Schwaz, und Franz Bittersam, Chef der Johanniter Tirol, haben gemeinsam einen Plan für ein Modellprojekt Nachtdienst in der mobilen Pflege entwickelt. Dabei sollen unterschiedliche Organisationsformen erprobt, erste Erfahrungen gesammelt und der Bedarf erhoben werden. Auch eine Kalkulation für zwei verschiedene Varianten wurde angestellt. „Aber wenn das Land die Tarife dafür nicht freigibt, ist das einfach nicht möglich. Und das obwohl der Ausbau der mobilen Pflege Angehörige und die Pflegeheime entlasten und uns auf lange Sicht viel Geld ersparen würde“, sagt Weber. (emf)


Kommentieren


Schlagworte