„Es geht komplett in die falsche Richtung“: Brem will wieder nach vorne

Nach verpatzter Saison hofft Eva-Maria Brem am Dienstag (10.30/13.30 Uhr) im Riesentorlauf von Kronplatz auf Besserung. Noch ist unklar, ob es ihre letzte Saison ist.

Eva-Maria Brem, Österreichs bis dato letzte Riesentorlaufsiegerin im Weltcup, landete zuletzt in Kranjska Gora auf dem 49. Platz.
© gepa

Von Roman Stelzl

Kronplatz – Es ist knapp fünf Jahre her, dass die Tirolerin Eva-Maria Brem die weltbeste Riesentorläuferin war. In Jasna (SVK) holte sich die Münsterin im März 2016 ihren dritten Weltcupsieg, kurz darauf gab es die kleine Kugel für den Riesentorlauf-Weltcup, ein paar Monate später die Auszeichnung als Österreichs Sportlerin des Jahres.

Nun, am Tag vor dem Riesentorlauf in Kronplatz (Dienstag, 10.30/13.30 Uhr, live ORF 1), blickt sie auf vier Saison-Einsätze zurück, die gerade einmal drei Weltcup-Punkte brachten (28. in Courchevel). Davor gab es Rang 49 in Sölden sowie Platz 32 ebenfalls in Courchevel. Vor zehn Tagen folgte der Tiefpunkt: Platz 48 in Kranjska Gora mit 6,04 Sekunden Rückstand – das war so weit weg vom Schuss, dass die 32-Jährige im zweiten Riesentorlauf erst gar nicht mehr antrat.

Eine, die das Siegen kennt und sich als Ziel nimmt, muss sich in diesem Moment doch die Sinnfrage stellen. Oder etwa nicht? „Wenn ich keinen Sinn oder keine Hoffnung sehen würde, dann würde ich mir das nicht antun. Es fehlt nicht so viel, wie es scheint, aufgeben wäre jetzt falsch“, entgegnet Brem nach der Hangbefahrung in Kronplatz. Und dennoch ist auch ihr bei allem Kampfgeist klar, dass sie am anderen Ende des Tunnels steht: „Es war und ist mein Ziel, wieder den Sprung ganz nach vorne zu schaffen. Aber momentan geht alles in die komplett andere Richtung. Ich bin weit weg von meinen Zielen, mit denen ich in die Saison gegangen bin. Im End­effekt ist kein Rennen auch nur annähernd gut gelaufen.“

Den WM-Zug für Cortina d’Ampezzo (ITA/8.–21.2.) erwischt die Team-Weltmeisterin nur noch mit einem Top-Resultat am Dienstag. „Aber die WM ist brutal weit weg“, sagt Österreichs letzte Riesentorlauf-Weltcup-Siegerin (2016).

Ebenso weit entfernt ist auch die kommende Olympia-Saison. Sofern es eine solche überhaupt noch gibt. „Ob ich in der Saison 2021/22 fahre, werden wir erst sehen. Im Langzeitplan gibt es die Saison. Aber wer weiß, was das Jahr noch bringt“, ergänzte Brem, die de facto nur noch einen Weltcup-Riesentorlauf heuer im März (Jasna) auf dem Plan hat. Zumindest wenn am Dienstag nicht alles aufgeht. Der Wille ist da, die Klasse auch – fehlt nur noch das richtige Resultat.


Kommentieren


Schlagworte