Störung im Stromnetz: Blackout kostet 1 Milliarde Euro pro Tag

Ein Blackout zählt in Österreich zu einem der wesentlichsten Risiken für das Land. Anfang des Jahres kam es beinahe dazu – ein Weckruf zur Vorsorge.

In den kommenden 10 Jahren sind Investitionen von 18 Mrd. Euro in Österreichs Stromnetze nötig.
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Wien – Nach dem Beinahe-Blackout am 8. Jänner schlagen die österreichischen Energieunternehmen Alarm. Die bisher größte Störung im europäischen Stromnetz seit Ende 2006 habe gezeigt, dass „Versorgungssicherheit weit mehr als eine Annehmlichkeit ist“, sagte gestern Michael Strugl, Präsident von Oesterreichs Energie, der Branchenvertretung der heimischen Energiewirtschaft bei einer Online-Pressekonferenz.

Blackout neben Pandemie und Terroranschlag wesentlichstes Risiko

Laut einer dort präsentierten Analyse gehört neben einem Terroranschlag und einer Pandemie ein Blackout des Stromnetzes zu den wesentlichsten Risiken für das Land. Während Österreich erst kürzlich von einem Terroranschlag und einer Pandemie schwer getroffen worden war, konnte ein Blackout gerade noch verhindert werden.

Mittlerweile ist auch bekannt, dass eine Überlastung der Stromnetze in Südosteuropa der Grund für die massive Frequenzstörung war. Die österreichischen Kraftwerke haben perfekt reagiert. „Vor allem Wasserkraftwerke und eine Batterie in Österreich haben das System stabilisiert“, sagte Gerhard Christiner, Vorstand beim Netzbetreiber APG.

Beinahe-Blackout ein Weckruf

Strugl sieht im Beinahe-Blackout dennoch einen Weckruf für die Versorgungssicherheit angesichts der geplanten Dekarbonisierung bis 2030. Ein großflächiger Stromausfall in Österreich bedeute Kosten von rund 1,18 Mrd. Euro am Tag, so Strugl. Versorgungssicherheit komme nicht automatisch, sie sei wertvoll, koste aber auch etwas. In die Netze müssten bis 2030 rund 18 Mrd. Euro investiert werden.

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Die Branche hat daher fünf Themenfelder zur Wahrung der Versorgungssicherheit identifiziert, von der Bewusstseinsschärfung bis zur Cybersicherheit. Strugl nannte etwa die Etablierung eines regelmäßigen Dialogs zwischen Politik, Verwaltung, Branchenvertretern und anderen Beteiligten oder die Einführung einer Abschätzung der Folgen bei Energiegesetzen. Weitere Punkte bei der Beschleunigung des Infrastrukturausbaus sind die Ermöglichung des Baus von gesicherter Leistung sowie Speicher. (ecke)


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