Weltcup-Triple: Seefeld wird drei Tage aus dem Winterschlaf wachgeküsst

Beim Seefeld-Triple von Freitag bis Sonntag geht der Kampf um die WM-Tickets in die heiße Phase. Neben Corona und der Regen-Prognose trüben die Sorgen um Bernhard Gruber die Stimmung der ÖSV-Kombinierer.

Auch bei widrigen äußeren Bedingungen – es sind Regen und Schneefall angesagt – sind die WM-Anlagen in Seefeld mit der Toni-Seelos-Schanze bereit für den Weltcup der Nordischen Kombinierer.
© Florian Madl

Von Benjamin Kiechl

Seefeld – Zumindest für ein paar Tage erwacht Seefeld aus dem Winterschlaf. Während Ende Jänner im Schneeparadies normalerweise Hochsaison herrscht, öffnet im Corona-Winter nur eine Handvoll Hotels, um den Tross der Nordischen Kombinierer zu beherbergen. Die rund 90 freiwilligen Helfer aus Seefeld und vom befreundeten SC Breitenwang sitzen nach negativen Corona-Tests in den Startlöchern. „Wir sind bereit“, sagt OK-Chef und Seefelds Bürgermeister Werner Frießer. Neben den Auflagen des Covid-Konzepts wird auch das Wetter eine Herausforderung. Heute beim provisorischen Wertungsdurchgang ist Schneefall angesagt („Die Eisspur auf der Schanze wird ausgeblasen“) – in den kommenden Tagen soll es bis 1300 Meter regnen.

Die elf ÖSV-Athleten von Cheftrainer Christoph Eugen sind im Hotel Bergland untergebracht und machen Jagd auf Vorjahressieger und Saisondominator Jarl-Magnus Riiber (NOR). Speziell die Tiroler Johannes Lamparter und Lukas Greiderer rechnen sich Chancen auf das erst­e Seefeld-Stockerl seit 2017 aus. „Für uns ist es ein richtiger Heimweltcup, auch wenn wir natürlich die Fans vermissen“, erzählte der 19-jährige Lamparter vor seinem zweiten Triple-Einsatz. Im Vorjahr belegte der Senkrechtstarter Endrang 21 und kam danach mit dem „Taxi Greiderer“ zuhause in Rum an.

Seit ein paar Monaten hat Lamparter selbst den B-Führerschein und will im WM-Ort 2019 Gas geben. „Ich habe die Weltcups in Lahti ausgelassen, um Energie zu sparen.“ Mit Coach Christoph Bieler absolvierte er Extra-Einheiten in Seefeld. Neben der Junioren-WM ist Lamparter als Siebter im Gesamtweltcup auch für die WM bei den „Großen“ in Oberstdorf (23.2. bis 7.3.) gesetzt. Der angesagte Regen störe ihn kaum, denn „ich weiß, dass wir bei diesen Bedingungen Raketen unter den Füßen haben“.

Der Absamer Lukas Greiderer stand in diesem Winter in Ramsau am Stockerl und will dort anknüpfen. „Im Mittelfeld herumgurken macht keinen Spaß“, sagte der 27-Jährige, der nach Platz 17 in Lahti „grantig“ wirkte. Dabei hat ihn die Geschichte von Bernhard Gruber, der nach seinem Comeback in Finnland erneut mit Herzproblemen ins Krankenhaus musst­e und zwei Stents eingesetzt bekam, sehr mitgenommen. „Das hat mich ziemlich belastet. Bernie ist menschlich ein super Typ!“

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Der 38-jährige Salzburger konnte gestern im Beisein von ÖSV-Teamärztin Ines Berger-Uckermann von Lahti zurück in die Heimat transportiert werden. „Er ist in einem guten Zustand und macht schon wieder Witze“, erzählte Cheftrainer Eugen. An ein erneutes Comeback sei wohl nicht zu denken. „Bernie hat eine Familie mit zwei gesunden Kindern, er hat vieles erreicht und ist der erfolgreichste ÖSV-Sportler bei Nordischen Weltmeisterschaften.“ Es sei Zeit für einen Schlussstrich.


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