Mobile Notfalleinheit Matrei: Das Rote Kreuz will mitreden

Das Rote Kreuz Osttirol betreibt die mobile Notfalleinheit Matrei i. O. und möchte zur Evaluierung des Pilotprojektes beitragen.

Die Notfalleinheit Matrei rückt zwei­mal täglich aus.
© Rotes Kreuz

Von Christoph Blassnig

Matrei i. O. – Mit der Versorgung medizinischer Notfälle im Iseltal hat das Land im Oktober 2019 die Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH beauftragt. Bei der „Mobilen Notfalleinheit Matrei i. O.“ handelt es sich um ein Pilotprojekt für ein bodengebundenes Notarztsystem, das bei Erfolg auch in anderen Regionen Tirols zum Einsatz kommen könnte. Am Stützpunkt in Matrei ist ein voll ausgestattetes Rettungsfahrzeug stationiert. Ein Sanitäter und ein Notarzt stellen im Team die 24-Stunden-Notfallversorgung im Einzugsgebiet Iseltal sicher.

Zur Bewertung von Erfolg oder Misserfolg der Einheit sollte diese laufend evaluiert werden. „Mit uns, den tatsächlich Betroffenen, hat man zur Bewertung noch kein einziges Mal Kontakt aufgenommen“, beklagt Stephan Hofmann, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Osttirol, das für die mobile Notfalleinheit vor Ort verantwortlich ist. Dazu heißt es vom Land, dass der Ärztliche Leiter Rettungsdienst eben die Rettungsdienst GmbH einbezogen habe. „Wir würden uns dringend eine Mitsprache wünschen“, hält jedenfalls Hofmann fest. „Eine detaillierte Betrachtung des Projektes konnte in den vergangenen Monaten nicht vorgenommen werden, da Covid-19-bedingt das Disponierungsgeschehen der Leitstelle Tirol massiv beeinflusst wurde“, heißt es aus dem Büro des zuständigen Gesundheitslandesrates Bernhard Tilg. Im Herbst 2020 sei daher lediglich eine vorläufige Evaluierung durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst vorgenommen worden. Das Land hat die Erprobungsphase daraufhin bis zum Ende des laufenden Jahres verlängert. Die Kosten dafür liegen bei 1,18 Millionen Euro.

In der Bevölkerung hat sich herumgesprochen, dass der Stützpunkt in Matrei rund um die Uhr mit einem Notarzt besetzt ist. Patienten mit Schnittverletzungen oder gebrochenen Fingern läuten an der Türe, manchmal ist eine ärztliche Einschätzung erbeten. Das Rote Kreuz richtet deshalb einen kleinen Behandlungsraum ein.


Kommentieren


Schlagworte