Forderung nach neuem Standort für Lager-Denkmal Reichenau

Bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Gestapo-Lagers Reichenau wurde auch über eine Verlegung des Denkmals diskutiert.
© Jenewein

Innsbruck – Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus haben Vertreter der Stadt Innsbruck, des Landes Tirol und der Zivilgesellschaft gestern Kränze und Blumen beim Denkmal für das Gestapo-Lager Innsbruck-Reichenau niedergelegt. Zum Auftakt der Erinnerungsveranstaltung spielte der italienische Trompeter Mauro Musarra die „Marseillaise“.

„Einhelliger Tenor der Teilnehmer war, dass dieser Gedenkort dringend überarbeitet werden muss“, betont Matthias Breit, Leiter des Gemeindemuseums Absam, der die Veranstaltung organisierte. Denn von einem würdigen Gedenken könne in unmittelbarer Nähe zu einem Recyclinghof keine Rede sein.

Die Innsbrucker Landtagsabgeordnete Martina Nowara (ÖVP) teilt diese Einschätzung, wie sie in einer Aussendung erklärt: „Das Zu- und Abfahren von Fahrzeugen und die Lärmentwicklung durch den Recyclinghof machen ein stilles Gedenken fast unmöglich.“ Zudem sei der Standort des Gedenksteins aus dem Jahr 1972 nicht der Platz, an dem sich das Gestapo-Lager befand. Nowara tritt dafür ein, „parteiübergreifend und unter Einbeziehung von Historikern jetzt die eingeschlafene Initiative neu aufzugreifen, um den NS-Opfern dieses Lagers eine würdigere Gedenkstätte zu errichten“. (TT, md)


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