Aus für Skiurlaube durch die Hintertür, elf weitere Fälle mit südafrikanischer Variante

Skitourismus durch die Hintertür mit einem Zweitwohnsitz wird der Riegel vorgeschoben. Indes sind elf weitere Fälle der Südafrika-Mutation im Bezirk Schwaz bekannt geworden.

Mögliche Schlupflöcher, die einen Skiurlaub ermöglichen, sollen geschlossen werden.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Innen- und Gesundheitsministerium sowie das Land Tirol haben sich angesichts der feiernden Skitouristen in St. Anton gestern auf Klarstellungen bei der Einreiseverordnung verständigt. Obwohl man schon bisher davon ausgegangen sei, dass nur aus einem triftigen Grund, u. a. zu beruflichen Zwecken, nach Österreich eingereist werden könne, wie es heißt, sollen jetzt mögliche Schlupflöcher geschlossen werden.

Junge Briten, Schweden und Dänen mit den Vorlieben Snowboarden, Skifahren und Partys haben sich nämlich vielfach mit einem Zweitwohnsitz angemeldet und das mit Jobsuche begründet.

Das wird künftig nicht mehr möglich sein: Es muss eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch vorliegen oder von der betreffenden Person glaubhaft nachgewiesen werden, dass die Aussicht auf Arbeit in Österreich bestehe. Um die bekannt gewordenen „Partymeilen“ einzudämmen, wurden für die nächsten Tage scharfe Kontrollen in den Wintersportorten angekündigt.

Schließlich warten in den Skigebieten Westösterreichs noch viele junge Menschen aus anderen Ländern mit Job­angeboten in Skischulen auf den Beginn der Wintersaison. Dieser ist jedoch unwahrscheinlich.

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Britische "Ski Bums" können nicht mehr einfach Zweitwohnsitz anmelden

Nach Auslaufen der Übergangsregelung für den Brexit müssen britische Staatsbürger seit 1. Jänner 2021 wie Bürger aus Drittstaaten behandelt werden. Für sie gilt nicht mehr die Niederlassungsfreiheit, sondern sie fallen unter das Ausländerbeschäftigungsgesetz, wie der Europarechtsexperte Walter Obwexer gegenüber der TT erklärt.

Sie benötigen eine behördliche Genehmigung zu ihrer Beschäftigung. Erst dann können sie sich auch mit einem Wohnsitz in Österreich anmelden. Hier wird die Behörde wohl noch tätig werden müssen.

Elf weitere Corona-Fälle mit südafrikanischer Variante

Corona ist eben nicht mehr nur Corona: Neben der Anzahl der Spitalspatienten und jener der mit oder an Corona Verstorbenen rücken in diesen Tagen die Virus-Mutationen immer mehr in den Mittelpunkt. Schließlich werden die britische und die südafrikanische von Experten als viel ansteckender eingestuft. Die Verbreitung macht der Politik und den Medizinern große Sorgen.

Im Bezirk Schwaz sind elf weitere Fälle der südafrikanischen Virus-Mutation nachträglich entdeckt worden, davon neun im Zillertal. Ein positiver Test soll auf den 23. Dezember zurückgehen. Damit gibt es zwischenzeitlich 18 bestätigte Infektionen, die sich auf diese Virus-Variante zurückführen lassen.

In Jochberg wurde Mitte Jänner bei 18 Infizierten einer Gruppe von großteils aus Großbritannien stammenden Personen die britische Variante nachgewiesen. Sie wollten in Tirol einen Vorbereitungskurs für eine Skilehrerausbildung absolvieren.

Auch Hörl hat sich mit Briten-Virus angesteckt

Seit Mittwoch steht jetzt auch fest, dass sich der Sprecher der Seilbahner in der Wirtschaftskammer und ÖVP-Nationalrat Franz Hörl ebenfalls mit dem Briten-Virus angesteckt hat. Am Montag erhielt Hörl das positive Testergebnis, zuvor hatte er noch an der ÖVP-internen Regierungsvorbesprechung teilgenommen. Wo er sich infiziert hat, weiß der Zillertaler noch nicht.

Damit sind im Bezirk Schwaz bereits die britische und die südafrikanische Corona-Variante aufgetreten. Und Letztere dürfte noch stärker verbreitet sein als bisher angenommen. Am Samstag hat das Land mitgeteilt, dass bei sieben Personen, zwei davon aus Innsbruck bzw. Innsbruck-Land, das Südafrika-Virus festgestellt wurde.

Diesem Cluster im Zillertal werden noch weitere 21 Verdachtsfälle zugeordnet. Die Infektionen dürften in Hochfügen in der Gemeinde Fügenberg ihren Ausgang genommen haben, positive Proben mit diesem Virusstamm gibt es noch aus Fügen, Uderns, Hippach und Mayrhofen.

30 Fälle in Seniorenheim in Münster

Ein weiterer Infektionsherd hat sich im Seniorenzentrum in Münster ausgebreitet, wo aktuell 21 Bewohner und neun Mitarbeiter von einer Corona-Ansteckung betroffen sind. Und seit Mittwochabend sind weitere elf Corona-Fälle bekannt, die mit der südafrikanischen Mutation in Zusammenhang gebracht werden. Die Proben wurden bereits Mitte Jänner infolge des Auftretens der britischen Variante im Rahmen der allgemeinen Überwachung zur Sequenzierung zur AGES bzw. zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften IMBA nach Wien gesandt.

Ein Großteil der positiven PCR-Tests soll von Patienten aus dem Bezirkskrankenhaus Schwaz stammen. Die erste vom 23. Dezember, bei einer Person wurde damals ein positiver Abstrich genommen. Daraus leitet sich ab, dass die südafrikanische Variante schon vor dem Jahreswechsel in Tirol präsent war. Bei den bis dahin bestätigten Fällen traten die Corona-Symptome zwischen dem 8. und dem 11. Jänner auf.

„Die Abstriche der weiteren positiv getesteten Personen, bei denen nun die Südafrika-Mutation nachgewiesen wurde, datieren vom 29. Dezember bis 11. Jänner“, informiert der Leiter des Corona-Einsatzstabes Elmar Rizzoli. (pn, TT.com)


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