Südtirol muss nach Lockerungen wieder nachschärfen

Die Regierung in Rom drohte, Krisenhilfen zu streichen. Ab Sonntag sind Bars und Restaurants in Südtirol wieder zu.

In Südtirol bleiben Schulen und Handel offen, ebenso wie Friseure und Handwerk. Hotels sind seit Anfang Dezember geöffnet.
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Bozen – In Südtirol waren, wie berichtet, zwar die Bergbahnen zu, die Hotels, der Handel, Bars und Restaurants aber unter Auflagen offen. Dieser Sonderweg wurde in Südtirol bisher damit begründet, dass es unterschiedliche Interpretationen der Zahlen gebe. Während der Staat die Einteilung der Regionen in unterschiedliche Farben aufgrund des Reproduktionsfaktors vornimmt, orientiert sich die Südtiroler Landesregierung an den Auslastungen in den Krankenhäusern.

Nach der italienischen Regierung stuft nun aber auch die EU-Kommission Südtirol aufgrund der hohen Infektionszahlen als „rote Zone“ ein. Das Land muss seine Corona-Maßnahmen verschärfen. Heute wird eine Verordnung erlassen, die vorsieht, dass Bars und Restaurants ab Sonntag wieder schließen müssen, teilte die Autonome Provinz mit. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher verteidigte die Verschärfungen. Sie seien nötig, um mögliche Sanktionen aus Rom abzuwenden und nicht zu riskieren, dass Krisenhilfen gestrichen würden.

Kompatscher sprach eine generelle Empfehlung aus, künftig FFP2-Masken zu tragen, um den Schutz vor dem Coronavirus zu verstärken. Zudem gilt weiter eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Vom Südtiroler Sonderweg bleibt, dass Handel, Schulen, Handwerk und Friseure offen bleiben, im Gegensatz zu anderen roten Zonen in Italien. Zwischen den Gemeinden gibt es in Südtirol Bewegungsfreiheit. Zwischen den Regionen sind Reisen nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Südtirol testet sehr viel. Allein am Montag seien 1342 PCR-Abstriche und 6709 Antigen-Tests durchgeführt worden. Das entspreche rund 1,5 Prozent der Bevölkerung, die an nur einem Tag getestet wurden. Deshalb sei es trotz seit 7. Jänner offener Geschäfte und Restaurants gelungen, die Situation stabil zu halten, sagte Kompatscher. Die hohen Inzidenzzahlen seien eine unmittelbare Folge der hohen Testintensität. Die derzeit gültigen Bewertungskriterien auf europäischer und auch auf staatlicher Ebene würden ein solches Vorgehen nicht belohnen. Das „Vieltesten“ müsse künftig berücksichtigt werden. (aheu, APA)

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