Tiroler Landtag will dritter Spur auf A13 Riegel vorschieben

Ein Dringlichkeitsantrag fordert die Asfinag beim Luegbrücken-Neubau auf, einer befürchteten Öffnung der Pannenstreifen nicht baulich Vorschub zu leisten.

Die Luegbrücke bei Gries am Brenner: Die längste Brücke im Asfinag-Autobahnnetz wird neu gebaut.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Der Tunnel ist spätestens mit dem externen Bergmeister-Gutachten vom Tisch. Für die Asfinag stand bereits zuvor fest, dass der Neubau der maroden Luegbrücke entlang der Brenner­autobahn im Gemeindegebiet von Gries am Brenner – mit ihren 1,8 Kilometern die längste Brücke im Autobahnnetz – in mehrfacher Hinsicht die Bestvariante sei. Wie etwa die Hebung der Verkehrssicherheit durch den Bau eines Pannenstreifens je Fahrtrichtung. Deshalb müsse die Brücke auch breiter werden.

Während die Grieser Gemeindeführung den Tunnelkampf nicht aufgeben will und jüngst mit einem Gegengutachten konterte – die TT berichtete –, soll nun im Landtag für eine ganz andere Sicherheit zum Thema Luegbrücke gesorgt werden. Bereits heute soll für die nächstwöchige Sitzung ein gemeinsamer Dringlichkeitsantrag der Fraktionen ÖVP, Grüne, SPÖ und FPÖ eingebracht werden.

Es darf zu keiner Attraktivierung der Straße am Brennerkorridor kommen.
Florian Riedl (Verkehrssprecher ÖVP)

Dieser hat ein klar definiertes Ziel: Die eingeplanten Pannenstreifen sollen unter keinen Umständen je als dritte Fahrstreifen auf der Transitroute geöffnet werden dürfen. Insofern solle sich, wie im Antragstext formuliert, der Landtag dafür aussprechen, dass „die Asfinag in der Bauausführung dafür Sorge zu tragen hat, dass keine baulichen Voraussetzungen für die Freigabe des Befahrens des Pannenstreifens geschaffen werden“. Das wären beispielsweise Haltebuchten oder Überkopfwegweiser. Darüber hinaus solle die Asfinag eine „vertragliche Garantie“ abgeben, dass es in Zukunft auch nicht zu einer temporären Öffnung des Pannenstreifens kommen werde.

Rechtlich haben wir keine Handhabe. Wir sind aber in Gesprächen mit dem Bund.
Michael Mingler (Verkehrssprecher Grüne)

„Wir wollen mit diesem Antrag ein Signal an die Bevölkerung senden“, begründet VP-Verkehrssprecher Florian Riedl. Ganz nach dem Motto: „Pannenstreifen zur Verkehrssicherheit ja, Benützung als Fahrspur nein.“ Gerade in der internationalen Transitdiskussion müsse Tirol die Grenzen der hiesigen Infrastruktur aufzeigen. Dem pflichtet der Koalitionspartner bei. „Rechtlich haben wir zwar keine Handhabe, wir hoffen aber, dass die Asfinag dem Antrag nachkommt“, sagt Grünen-Verkehrssprecher Michael Mingler. Dar­über hinaus sei man diesbezüglich auch bereits mit Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) in Kontakt.

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Die Asfinag hat bereits mehrfach beteuert, den Pannenstreifen nicht öffnen zu wollen. Diese Garantie gibt gestern auf TT-Anfrage Geschäftsführer Alexander Walcher erneut ab: „Die Pannenstreifen werden nur als Manipulationsflächen in Fragen der Erhaltung und in Sicherheitsfällen benötigt.“

Der Pannenstreifen wird nur als Manipulationsfläche dienen. Das kann ich garantieren.
Alexander Walcher (Asfinag-Geschäftsführer)

Am Zeitplan will die Asfinag festhalten. Als wichtigste Vorarbeit müsse heuer ein Erhaltungsweg gebaut werden. Die Gemeinde will, wie berichtet, benötigte Flächen aber nicht freigeben. Bei der Grieser Gemeinderatssitzung kommenden Donnerstag wolle man noch einmal Überzeugungsarbeit leisten, so Walcher.

Indes liegt das UVP-Feststellungsverfahren in Wien zur Entscheidung auf. Die Asfinag geht nicht davon aus, dass es eine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt.


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