Gericht prüft Inhaftierung des Kremlgegners Nawalny

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Nach der Inhaftierung des Kremlkritikers Alexej Nawalny will ein Gericht in der Nähe von Moskau am Donnerstag in einem Berufungsverfahren über die 30-tägige Haftstrafe entscheiden. Nawalnys Anwälte wollen die Freilassung des 44-Jährigen erreichen. Unterdessen wurde bei Razzien gegen Angehörige und Mitarbeiter Nawalnys unter anderen dessen Bruder Oleg festgenommen worden. Er sei zunächst für 48 Stunden in Gewahrsam, teilte Nawalnys Mitarbeiter Iwan Schdanow mit.

Als Grund sei ein Verstoß gegen Corona-Hygieneauflagen genannt worden, schrieb Nawalnys Team auf Telegram. Auch die Juristin Ljubow Sobol, eine enge Vertraute und Mitarbeiterin Alexej Nawalnys, sowie ein Mitarbeiter von Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung seien festgenommen worden.

Maskierte Uniformierte hatten seit dem Nachmittag Büros und Privatwohnungen von Familie und Mitarbeitern des Oppositionspolitikers durchsucht - offenbar lautete auch hier der Vorwurf auf Hygiene-Verstöße. Durchsucht wurden unter anderem die Moskauer Wohnung der Familie, eine Wohnung von Nawalnys Frau Julia sowie die seiner Pressesprecherin Kira Jarmysch.

Die jüngste Durchsuchungswelle erfolgte einen Tag, bevor ein Gericht über die 30-tägige Haftstrafe Alexej Nawalnys entscheiden will. Nawalnys Anwälte wollen am Donnerstag im Stadtgericht von Chimki bei Moskau die Freilassung des 44-Jährigen erreichen. Der russische Oppositionsführer war am 17. Jänner nach seiner Rückkehr nach Russland noch am Flughafen festgenommen worden. Er soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte.

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Nawalnys Inhaftierung hatte international Empörung ausgelöst. In Russland demonstrierten am vergangenen Wochenende Angaben der Organisatoren zufolge bis zu 300.000 Menschen für seine Freilassung. Die Proteste sollen am Sonntag weitergehen.


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