Die „abgebrühte“ WSG Tirol beeindruckt Austria-Wien-Coach Stöger

Austria-Cheftrainer Peter Stöger streut der WSG Tirol vor dem Sonntags-Match Rosen und notiert: „Wir haben am Plan, einiges an Risiko zu nehmen.“

Der stets geerdete Austria-Cheftrainer Peter Stöger weiß um die große Bedeutung, die das kommende Match gegen die WSG Tirol hat.
© gepa

Von Alex Gruber

Wien – Die Austria hatte sowohl zuletzt beim 4:0 gegen die Admira als auch zum Auftakt beim 1:0 in Ried (allerdings verständlich bei 40-minütiger Unterzahl) weit weniger Ballbesitz und die schlechtere Passquote. Sechs Punkte wanderten dennoch aufs Konto der Veilchen, die vor dem „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen die WSG wieder Morgenluft schnuppern.

„Es kommt darauf an, im Ballbesitz, ungeachtet der Prozent, gescheite Lösungen zu finden. Dass wir in dieser Saison kein Team stellen, das mit dominantem Ballbesitz agieren kann, wurde uns klar“, führt Stöger aus. In der Winterpause wurde am Verteilerkreis vieles angesprochen, bei unklarer finanzieller Lage (Hoffnung auf einen Investor) und der nahenden Lizenzierung deutlich gemacht, dass gewissermaßen auch jeder für die eigene Zukunft spielt. 13 Verträge laufen aus, auch jener von Stöger, der ja in Pesonalunion den Posten des Sportdirektors und Cheftrainers bekleidet: „Ich weiß, dass der Verein über den Sommer hinaus gerne mit mir weiterarbeiten würde und ich mache keinen Druck. Ich möchte mir nur etwas Zeit nehmen, um die Rahmenbedingungen und Zielsetzungen zu kennen.“

Die Austria setzt wie die WSG auf junge Juwele, von denen derzeit Benedikt Pichler als regelmäßiger Torschütze hervorsticht. „Jeder muss sich beweisen. Jeder hat die Verpflichtung, für sich und die Mannschaft abzuliefern“, betont Stöger und merkt an: „Wir haben nichts aus dem Hut gezaubert, was die totale Veränderung gebracht hat. Das war personell (Turgeman und Edomwonyi verließen im Winter den Klub; Anm.) ja gar nicht möglich. Aber die Mannschaft hat sich mehr gefunden in der gemeinschaftlichen Arbeit.“

Stöger begegnet der WSG mit viel Respekt: „Ich bin sehr, sehr beeindruckt, wie sie das hingekriegt haben. Sie wirken wie eine abgebrühte Mannschaft, alles schaut selbstverständlich aus. Und vorne haben sie zwei Spitzen (Frederiksen und Yeboah; Anm.), die permanent treffen.“ Trotz aller Tiroler Gefahren weiß auch Stöger beim Blick auf die Tabelle, dass sein Team in diesem Duell mehr zum Siegen verdammt ist: „Die WSG hält die besseren Karten. Aber wir wollen noch einmal nachlegen und mit Risiko in Richtung drei Punkte gehen.“

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