UEFA erwägt Verbot von reisenden Fans bei EM-Gruppenspielen

Österreichs Fußball-Nationalteam kann laut einem englischen Zeitungsbericht in der EM-Gruppenphase im Sommer nicht auf die Unterstützung seiner Fans vor Ort bauen. Die „Times“ berichtete am Freitag von einer UEFA-Entscheidung, in den Gruppenspielen nur Zuschauer aus den jeweiligen Veranstaltungsländern zulassen zu wollen. Die wegen Corona um ein Jahr verschobene EM soll aber planmäßig in zwölf Städten in zwölf verschiedenen Ländern ausgetragen werden.

Laut dem „Times“-Artikel denkt die UEFA darüber nach, den gesamten Ticketing-Prozess neu aufzurollen. Hunderttausende Tickets müssten refundiert werden, darunter an ÖFB-Fans, die nach Bukarest zu den Gruppenspielen gegen Nordmazedonien (13. Juni) und die Ukraine (21. Juni) oder nach Amsterdam zum Duell mit den Niederlanden (17. Juni) reisen wollten. Für die Finalphase könnte dann ein kleines Kontingent an reisenden Fans zugelassen werden, hieß es.

Die UEFA hatte am Mittwoch ein Meeting mit den zwölf Veranstalterländern, darunter England mit London als Finalort, abgehalten. Durch den Ausschluss von Auswärtsfans erhoffe sich die Europäische Fußball-Union laut „Times“-Angaben, dass die jeweiligen Regierungen Zuschauer in ihren Stadien zulassen. Der Ticketprozess solle dann neu gestartet werden, wenn es aus allen Ländern neue Kapazitäten gemäß den Corona-Bestimmungen gibt. In London etwa denke man an eine 30- bis 35-prozentige Auslastung des Wembley-Stadions.

Mehr als die Hälfte der insgesamt drei Millionen aufgelegten EM-Tickets waren zwischenzeitlich bereits verkauft. Bis diese Woche bestand wegen der unklaren Corona-Situation aber noch das Angebot, bereits getätigte Bestellungen bei voller Kostenerstattung zu stornieren. Am Plan, die EM in zwölf Ländern auszurichten, will die UEFA jedenfalls festhalten. Die Logistik wird von Corona zwar verkompliziert, die 24 teilnehmenden Teams, Offizielle und Funktionäre sollen sich aber in „Bubbles“ bewegen.


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