60.000 am ersten Tag: Impf-Registrierung in Tirol startete problemlos

Über 60.000 Anmeldungen für eine Corona-Impfung am ersten Tag. Ärztekammer lobt Voranmeldung, pocht aber auf rasche Impfung für niedergelassene Mediziner.

Über 60.000 Tiroler liesen sich bereits vormerken für eine Corona-Impfung.
© GEORG HOCHMUTH

Innsbruck – Viele haben darauf gewartet. Viele sich schon beim so genannten „Soft-Star­t“ angemeldet. Und nur wenige berichteten gestern von Problemen. Über 60.000 Menschen (Stand gestern 17 Uhr) haben sich in Tirol am ersten offiziellen Registrierungstag für eine Corona-Impfung vormerken lassen. Ein guter Start. Wobei der Zeitpunkt der Registrierung bekanntlich nichts damit zu tun hat, wann man dann letztlich auch geimpft wird.

Einsatzstab sieht sich bestätigt

Beim Einsatzstab um Leiter Elmar Rizzoli sieht man sich bestätigt. Der vorverlegte Start ab Samstagabend hat die Zugriffe entzerrt und die Serverkapazitäten geschont. So kam es gestern nur einmal zu einer Überlastung. Etwas länger dauert es insgesamt, bis die E-Mail zur Aktivierung bzw. die Bestätigung der Vormerkung eintrifft.

„Die Online-Vormerkung, die wir akribisch vorbereitet haben, geht derzeit problemlos vonstatten.“ – Elmar Rizzoli (Leiter Corona-Einsatzstab)
© Thomas Boehm / TT

Vorerst nicht anmelden können sich Menschen, die eine ausländische Sozialversicherungsnummer haben. Nach Auskunft des Landes wird hier an einer Möglichkeit gearbeitet, dies „schnellstmöglich“ anzubieten. Eine TT-Leserin beklagte sich, dass keine telefonische Vormerkung unter der Nummer 1450 möglich war. Das Land spricht hier von einem möglichen „Missverständnis“. In Ausnahmefällen ist eine Impf-Vormerkung auch über die Hotline möglich. Man verweist aber auf die Online-Variante, um eine Überlastung der Telefonleitung zu vermeiden.

Eine Terminvereinbarung erfolgt vorerst ohnehin nicht. „Derzeit stehen die Impfstoffe begrenzt zur Verfügung, weshalb sie priorisiert verteilt werden. Dahingehend bitten wir um Geduld. Die Impfungen werden schnellstmöglich entsprechend der Impfstrategie und den darin definierten Priorisierungen durchgeführt“, sagt Rizzoli.

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Vorgemerkte Personen erhalten voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche auch einen Zugang zu einer persönlichen Seite, auf welcher die angegebenen Daten (auch der gewünschte Ort der Impfung) selbstständig adaptiert werden können.

Positiv bewertet Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger die elektronische Voranmeldung. Er fordert aber zudem eine rasche Impfung der niedergelassenen Ärzte und deren Mitarbeiter. Dies sei eine Voraussetzung für die Impfung der über 28.000 Achtzigjährigen, die im Februar und März häufig in Arztpraxen erfolgen soll. (mw)

9,2 Millionen Impfdosen bis Juli

Rund um die Liefermengen hellte es sich am Montag doch etwas auf. Bis Ostern sollen eine Million Menschen in Österreich geimpft werden. Mitte März könnte in Tirol dann mit der Impfung der über 65-Jährigen begonnen werden. Insgesamt rechnet die Bundesregierung bis zum Sommer jetzt mit 9,2 Millionen Impfdosen.

Die Bereitschaft der Bevölkerung ist das eine - die Umsetzung der Impfungen etwas anderes. Hier hinkt Österreich im EU-Vergleich hinterher. Mit einer Impfquote von 2,2 Prozent befindet man sich an der 21. Stelle im Vergleich der EU-27. Die Impf-Weltmeister gibt es momentan in Israel, wo über 54 Prozent bereits immunisiert sind


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