Lockdown: Gastronomie fürchtet Öffnung erst ab Ostern

Auf offene Restaurants heißt es weiterhin warten. Befürchtet wird, dass es erst ab Anfang April wieder Öffnungen geben wird. Friseure haben ein Minus von bis zu 15 Prozent.

© ROLAND SCHLAGER

Innsbruck – Mitte Februar werde erst evaluiert, ob die Gastronomie ihre Pforten wieder öffnen dürfe, meint Alois Rainer, Branchensprecher in der Wirtschaftskammer. Offene Kaffees und Restaurants werde es demnach erst Anfang März geben. „Wir fürchten, dass es sogar Ostern werden könnte.“ Das wäre dann Anfang April.

„Billiger, wenn man zulässt"

Für Betriebe in Tourismuszentren sei ein Aufsperren in vielen Fällen ohnehin unlukrativ. „Da kommt es billiger, wenn man zulässt.“ Rainer ist der Unmut anzuhören. In der Gastronomie habe es kaum Cluster gegeben. Die Unternehmer hätten in Sicherheitskonzepte investiert. „Aber wir waren trotzdem die Ersten, die zugesperrt wurden und werden wohl die Letzten sein, die aufsperren können.“

So wie Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser glaubt auch Rainer, dass Unternehmer auf die Straße gehen könnten, um ihren Unmut kundzutun. „Ich wünsche mir keine Demonstrationen, ausschließen kann man es aber nicht.“

Sollten die Restaurants und Cafés wieder aufsperren, hofft der Branchenvertreter, dass die angedachten Eintrittstests nicht kommen werden. „Vielleicht tut sich bis zum Aufsperren noch etwas.“

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Rainer rechnet damit, dass es nach der Pandemie weitaus weniger Abend- und Nachtgastronomie geben wird. „Trotz der Hilfen muss man sehen, dass Bars, Pubs und Discos seit einem Jahr kein Geschäft mehr machen dürfen.“ Bis die Nachtgastro öffnen könne, werde noch viel Zeit vergehen, glaubt er.

Aufsperren können die Friseure ab 8. Februar wieder. „Höchste Zeit“, fällt Branchensprecher Clemens Happ dazu ein. „Wenn man die Förderungen berücksichtigt, haben wir ein Minus von zehn bis 15 Prozent zu verkraften.“ Konkurse gebe es in Tirol, anders als in Wien, noch keine zu vermelden. Generell lasse sich sagen, dass sich größere Salons aufgrund der hohen Personalkosten schwerer tun als kleinere.

Auch die Friseure setzen auf Sicherheitskonzepte. Wöchentlich würden die Mitarbeiter getestet, alle würden FFP2-Masken tragen. Happ geht davon aus, „dass wir damit die Lockdown-Phasen überwunden haben“. Aufgrund der wärmeren Jahreszeit werde es wohl zu keinen weiteren Schließungen mehr kommen. Im Herbst werde die Impfung helfen, glaubt Happ. Von den Eintrittstests ist der Friseur nicht begeistert. „Die Frage ist doch nach wie vor, ob wir überhaupt kontrollieren dürfen, ob ein Kunde getestet ist. Das ist rechtlich strittig.“ (aheu)


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