Photovoltaik-Strom für mehr als 100 Tiroler Haushalte

Die größte geförderte Photovoltaik-Anlage im Bezirk Landeck entsteht in Pians. Auch im Außerfern setzt man auf klimafreundliche Energieträger.

Photovoltaik-Anlagen stehen in Tirol weiter hoch im Kurs. Die größte geförderte Anlage im Bezirk Landeck entsteht heuer in Pians. Produziert werden jährlich 424.000 kWh – Strom für mehr als 100 Haushalte.
© Keystone

Landeck, Reutte – „Photovoltaik ist eine der wichtigsten Säulen der Energiewende“, hob Elisabeth Steinlechner, Energie-Expertin beim Land­ecker Regionalmanagement regioL, kürzlich bei der Präsentation der bislang größten Anlage im Bezirk hervor. Jüngster Investor, der heuer eine PV-Eigenverbrauchsanlage auf dem Dach seines neuen Betriebsgebäudes in Pians errichtet, ist die Markus Handl Beteiligung GmbH.

Förderung von der EU

Die Investitionskosten machen 316.630 Euro aus, davon werden 26 Prozent aus dem Leader-Programm der EU gefördert. Die prognostizierte Jahresproduktion von 424.000 kWh entspricht dem Strombedarf von mehr als 100 Haushalten. Handl versorgt damit allerdings nicht die Einfamilienhäuser im Sanna­dorf, sondern sein neues Betriebsgebäude an der Tiroler Bundesstraße. „Mit einem Eigenverbrauchsanteil von 95,6 Prozent bietet die Anlage beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Energieproduktion innerhalb des eigenen Unternehmens“, zeigt die Expertin auf. Handl sagte, mit der PV-Anlage, die im Mai in Betrieb geht, könne er 25 Prozent des gesamten Strombedarfs im Betrieb abdecken. Das Pianner Projekt löst damit die bisher größte Eigenverbrauchsanlage im Bezirk ab: 2017 hatte Thomas Walser auf dem Dach des Zammer Kaufhauses Grissemann eine Anlage mit 253.000 kWh Jahresproduktion errichtet.

Der Bezirk Landeck zählte bereits 2012 zu den ersten Klima- und Energiemodellregionen (KEM) Österreichs. Ab März 2021 kann der Bezirk abermals die Vorteile einer KEM-Region nutzen.

Naturparkregion Lechtal-Reutte neu im Club

Neu im KEM-„Club“ sind das Zwischentoren und die Naturparkregion Lechtal-Reutte. Treibende Kräfte waren die Regionalentwicklung Außerfern, die Klimabündnisgemeinde Lermoos und die beiden e5-Gemeinden Reutte und Holzgau. Der Einsatz für den Klimaschutz war für den Holzgauer Bürgermeister Florian Klotz das Hauptmotiv, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. „Nach dem Zweiten Weltkrieg stemmte eine ganze Generation den Wiederaufbau. Ich zähle mich heute zur Generation Klimawandel, in deren Händen die Zukunft liegt. Wir sind gefordert, das Ruder herumzureißen und gegen die weitere Erderwärmung anzukämpfen“, argumentiert Klotz.

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Die Gemeinden müssten mit gutem Beispiel vorangehen, appelliert Reuttes Gemeindechef Alois Oberer: „Ohne ein Engagement auf allen politischen Ebenen ist eine Trendumkehr nicht zu schaffen.“ Und sein Lermooser Amtskollege Stefan Lagg ergänzt: „Unser Einsatz für mehr Energieeffizienz und klimafreundliche Energieträger ist alternativlos und eine Verpflichtung gegenüber den kommenden Generationen.“ Regionale Schwerpunkte sind unter anderem der Ausbau der Photovoltaik, die thermische Sanierung von Gemeindegebäuden und eine nachhaltige Mobilität. (hwe, fasi)


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