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TT-Leitartikel zu Österreichs Teststrategie: Mit Nasenbohren zur Normalität

Wenn die österreichische Bundesregierung darauf setzt, massenhaft Gesunde zu testen, dann soll sie ihre Idee zu Ende denken. Wenn Nasenbohrer-Tests für die Sicherheit der Kinder reichen, dann reichen sie für alle Lebenslagen.

Anita Heubacher

Von Anita Heubacher

Österreich bezeichnet sich gerne als Weltmeister. Wenn es auch beim Fußball nicht klappt, beim Corona-Testen spielen wir ganz vorne mit. Anders als Deutschland oder die Schweiz, wo Corona-Verdachtsfälle, also Menschen mit Symptomen, zum Arzt gehen und sich testen lassen, hat Österreich schon länger den Hang, Gesunde zu testen, um präsymptomatische Patienten zu finden. Den Anfang machten Tourismusmitarbeiter, dann sollte es im Dezember in österreichweiten Massentestungen die Gesamtbevölkerung sein. Derzeit setzt man Antigen-Schnelltests für Friseurwillige, Skifahrer oder „Nasenbohrer-Tests“ für Schüler ein. Freitesten, Reintesten, Hauptsache testen. Von Mitte November bis Mitte Februar hat Deutschland 6,1 Millionen Tests durchgeführt, Österreich 7,6 Millionen bei einem Zehntel der Einwohner. Deutschland sequenziert fünf Prozent aller Proben, Österreich ein Viertel. Die türkis-grüne Teststrategie wirkt sich sowohl auf die Inzidenzzahlen als auch auf das Entdecken von Mutationsvarianten aus.


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