Tiroler Gebauer in Bielefeld: Müller-Trikot als Auszeichnung

Im Kampf um den Klassenerhalt will sich Tirols Offensiv-Flügel Christian Gebauer bei Arminia Bielefeld auch persönlich weiterentwickeln.

Versucht in der deutschen Bundesliga noch mehr Fuß zu fassen – Tirols Bielefeld-Export Christian Gebauer.
© imago

Von Alex Gruber

Bielefeld –Lehrjahre sind keine Herrenjahre, schon gar nicht bei einem Bundesliga-Aufsteiger, der Woche für Woche um die nötigen Zähler für den Klassenerhalt kämpft. Und wenn man sich via Navis, Matrei, die Reichenau, die WSG Wattens und SCR Altach von der Tiroler Liga in die heimische Bundesliga hochgedient hat und dann mit 27 Lenzen sogar noch im deutschen Oberhaus landet, ist Demut angesagt: „Ich hab­e den Wechsel ja auch gemacht, um mich persönlich weiterzuentwickeln und noch mehr zu lernen. Natürlich ist es von der Qualität her ganz was anderes, weil es noch einmal schneller geht. Und ganz egal, gegen wen du in der Bundesliga spielst, jeder Fehler wird zu fast 100 Prozent bestraft“, weiß Gebauer nach einigen Monaten auf der Bielefelder Alm.

Bislang sprangen bei zehn Ligaeinsätzen 354 Einsatzminuten heraus, dreimal stand Gebauer in der Startelf (gegen Bayern, Gladbach und Schalke), zumeist war er Joker. Nachdem er zwischen Runde fünf und neun nicht im Match-Kader stand, ortet er einen Aufwärtstrend: „Es ist ganz klar, dass ich mich noch in vielen Dingen verbessern muss. Aber ich habe jetzt doch schon viele Spiel­e gemacht und mich etwas hinein­gearbeitet.“

Besuch von den Eltern gab’s noch keinen, die Hoffnung lebt, dass er (Vertrag bis 2023) sie in der neuen Saison auf einer vollen Biele­felder Alm empfangen darf. Gebaue­r fühlt sich in Nordrhein-Westfale­n – Freundin Sabrina hat einen Marketing-Job gefunden – dennoch absolut wohl.

Das bislang größte Highlight des Wipptaler Quereinsteigers war zweifellos der Start­elf-Einsatz gegen die Bayern, wo er es positionstechnisch als linker Offensivflügel mit Bayerns französischem Weltmeister und Rechtsverteidiger Benjamin Pavard zu tun bekam: „Das werde ich nie vergessen.“ Nach dem Schlusspfiff schlich sich der „Gebi“ in München bei Deutschlands Weltmeister Thomas Müller zum Trikot­tausch an: „Er ist ein sehr cooler Typ gewesen, hat gesagt, einem Tiroler Landsmann gebe ich gerne eines. Ich habe erst hinterher erfragt, dass er mit seiner Frau Lisa öfter bei Reitturnieren in Tirol ist“, grinst Gebauer, der sich als weiteres Souvenir das Stuttgart-Dress von Sasa Kalajdzic geholt hat, den er ja bereits aus Duellen mit Altach gegen die Admira kannte.

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Die Akt(i)e Schöpf: Während sich Gebauer in Bielefeld hochdienen will, läuft der Vertrag von Landsmann Alessandro Schöpf bei Schalke 04 (seit Jänner 2016 im Team) diesen Sommer aus. Klar, dass den 23-fachen ÖFB-Teamspieler beim kriselnden Liga-Schlusslicht auch Gedanken an die Zukunft beschäftigen.


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