Opernstar Anna Netrebko: „Wir alle brauchen unser Leben zurück“

Die Spanische Hofreitschule in Wien wird am Samstag Teil der „Met Stars Live in Concert“-Reihe sein. Der österreichisch-russische Opernstar Anna Netrebko wird vor historischer Kulisse singen – ohn­e Publikum, dafür live im Internet.

Anna Netrebko (r.) und Sonja Klima – mit Abstand und negativem Corona-Test vor der Presse.
© Andreas Tischler

Von Serdar Sahin

Wien – Die Kunst- und Kultur­branche muss in der gegenwärtigen Covid-Krise viel improvisieren. Die renommierte Metropolitan Opera („Met“) etwa wollte die Corona-bedingten Einschränkungen nicht einfach hinnehmen. Weil der Stammsitz in New York ab März schließen musste, wurden die Konzerte an außergewöhnliche Orte in Europa und in den USA verlegt. Die Spanische Hofreitschule in Wien wird am Samstag Teil dieser „Met Stars Live in Concert“-Reihe sein.

Der österreichisch-russische Opernstar Anna Netrebko wird vor historischer Kulisse Werke von unter anderem Sergej Rachmaninow, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky sowie Claude Debussy und Richard Strauss singen – ohn­e Publikum, dafür live im Internet.

Im Vorfeld der Aufführung stellte sich die Sopranistin Fragen der Tiroler Tageszeitung. Wie empfindet sie die weltweiten Reisebeschränkungen als internationaler Opernstar? „Jeder macht ein­e schwere Zeit durch“, sagt Netrebko. Doch: „Wir lernen etwas daraus – und hoffen, dass das (die Krise) bald vorbei ist, weil wir alle unser Leben zurück brauchen.“

Vergangenen September musste Netrebko wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung ins Krankenhaus. Wie wichtig war es für sie, zurück auf der Bühne zu sein? „Ich habe entschieden, keine Angst zu haben. Und ich habe entschieden, mein Leben fortzusetzen – mit Maske und weiteren Schutzmaßnahmen“, erklärt sie. „Wir müssen gesund bleiben, das ist das Wichtigste.“

Begeistert ist Netrebko darüber, dass die „Met“ die Spanische Hofreitschule auserkoren hat. Sie habe letztes Jahr mit ihrer Familie eine Aufführung besucht. „Wir lieben es.“ Aber: „Ich werde nicht auf einem Pferd sitzen“, verspricht Netrebko lachend.

Für Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule, ist die Publicity rund um den Opernstar höchst willkommen. „Wir werden weltweit gezeigt. Die Spanische Hofreitschule wird jetzt überall noch bekannter gemacht, als sie es schon ist.“ Die Publicity sei wichtig für die Zeit nach dem Lockdown, konstatiert Klima.

Die türkis-grüne Koalition lobt sie: „Die Regierung hat uns im Lockdown sehr unterstützt – auch finanziell, weil unsere Einnahmen ausgefallen sind.“


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