Tiroler Superrechner AQT mit Living Standards Award ausgezeichnet

Das Spin-off der Uni Innsbruck AQT kommerzialisiert Quantencomputer – und wird dafür ausgezeichnet.

Früher waren sie sehr groß, mittlerweile passen Quantencomputer in einen Wandschrank und rechnen mit geringem Stromverbrauch.
© Dieter Kühl

Von Verena Langegger

Innsbruck, Wien – Der Living Standards Award soll die Hidden Champions vor den Vorhang holen, soll zeigen, dass – wie im Fall von Alpine Quantum Technology (AQT) – „ein Tiroler Unternehmen weltweite Standards mitprägt“. Gerade Standards spielen für AQT besonders dann eine Rolle, wenn mit IT-Partnern in technischer Hinsicht „eine gemeinsame Sprache“ gefunden werden muss. Das ausgezeichnete Start-up AQT hat sich darauf spezialisiert, Ionenfallen-Quantencomputer zu entwickeln, und ist das erste Start-up in Europa, das einen Quantencomputer in die Cloud bringt. Aufbauend auf mehr als 20 Jahre Forschung an der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften konnte AQT einen auf Industriestandards basierenden Quantencomputer realisieren.

Mittlerweile braucht der Computer auch keine Laborbedingungen mehr, passt in einen Wandschrank und hat den Stromverbrauch eines Wasserkochers, bestätigt auch der Quantenphysiker Thomas Monz von AQT. Die Technologie könne wegen der hoher Rechenleistung etw­a die Entwicklung von neuen Medikamenten oder von Materialien mit geplanten Eigenschaften unterstützen.

Durch den Living Standards Award soll „Exzellenz kommuniziert werden“, sagt die Direktorin des Vereins Austrian Standards, Elisabeth Stampfl-Blaha. Gerade internationale Unternehmen seien an Standards interessiert. Nur so könne interdisziplinär, aber auch über die Grenzen hinweg zusammengearbeitet werden, denn wenn Standards klar seien, könne auch klar kommuniziert werden, sagt Quantenphysiker Monz. Der erste Kunde von AQT sei schon aus Australien gewesen, daher sei klar: „Wer Standards einhält, hat weniger Arbeit.“ Monz rät allen Start-ups, so früh wie möglich Standards einzuführen, denn darauf aufbauend seien Lösungen international kompatibel.


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