Marchfelderhof-Legende Gerhard Bocek ist tot

Szene-Wirt Gerhard Bocek, Chef des Marchfelderhofs in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf), ist tot. Der Gastronom starb Dienstagfrüh „völlig unerwartet und plötzlich“ im 79. Lebensjahr, wie der Betrieb in einer Aussendung mitteilte. Seitens des Marchfelderhofes zeigte man sich auf APA-Anfrage „erschüttert“. Bocek sei bis zuletzt „voller Tatendrang“ gewesen.

Der Promiwirt war im Vorjahr von der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram zum Ehrenbürger ernannt worden. „Er hat den Marchfelderhof zu dem gemacht, was er heute darstellt. Seine Verdienste um den Spargelanbau sind nicht zu überbieten“, hieß es damals auf der Website der Kommune.

Bocek war untrennbar mit seinem Lokal Marchfelderhof verbunden. Schon vor der Übernahme des elterlichen Betriebes begann er gemeinsam mit seiner Schwester Hilde Faltus-Bocek , den einfachen Landgasthof in „ein internationales Renommierlokal“ umzuwandeln, wie es in einer Beschreibung hieß. Die Küchentradition ging dabei ebenso auf Boceks Urgroßtante, die Kochbuchautorin Olga Heß, zurück, wie auch das pittoresk-verschachtelte Ambiente des Lokals.

Aus dem urtümlichen Marchfelderhof wurde schnell ein Geheimtipp, der Stars, Sternchen, Politiker, Primadonnen, Adel und Geldadel aus aller Herren Ländern anlockte. Zuletzt füllten die Namen bereits 40 Gästebücher.

Bocek arbeitete nach der Absolvierung der Gastgewerbeschule ab 1958 im elterlichen Betrieb. Nach Auslandspraktika in Italien, Deutschland und der Schweiz war er seit 1969 Geschäftsinhaber und Gesellschafter der „Marchfelderhof“ Bocek & Faltus Restaurant Betriebsgesellschaft m.b.H. Bis 2018 gemeinsam mit Hilde Faltus-Bocek - seit 2019 mit Peter Großmann.


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