Palfraders Appell an Tiroler Kulturschaffende: „Durchhalten!“

Drei von 8,25 Mio. Euro an Corona-Hilfen für die Kultur wurden bisher ausbezahlt. Kultur anzubieten müsse auch wirtschaftlich vertretbar sein, betont Kulturlandesrätin Beate Palfrader.

© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Die große Masse von Österreichs Kulturschaffenden muss im Lockdown verharren. Kein Licht in Sicht am Ende eines schon sehr langen Tunnels. An Veranstaltungen mit Publikum ist nicht zu denken. Kinos, Theater und Konzertsäle bleiben zu. Einzig Museen, Galerien und Bibliotheken dürfen am 8. Februar unter strengen Anti-Corona-Vorkehrungen wieder Besucher empfangen. Der Rest des kulturellen Lebens steht still. Mitte Februar will die Bundesregierung die Lage neu bewerten.

Schon machen Befürchtungen die Runde, wonach ein zaghaftes Wiederaufleben von Kulturveranstaltungen erst nach Ostern zu erwarten sei. Kulturlandesrätin Beate Palfrader will sich an solchen Spekulationen nicht beteiligen. Für sie ist aber klar, dass die Branche längst gezeigt habe, wie man Kultur in einer Pandemie organisiert, „ohne das Publikum in irgendeiner Weise gesundheitlich zu gefährden“. Zwischen Lockdown Nummer 1 und 2 fanden im Vorjahr zahlreiche Events statt: mit strengen Schutzkonzepten und ohne Infektionscluster.

Kultur anzubieten müsse auch wirtschaftlich vertretbar sein, betont die ÖVP-Politikerin. „Mindestens die halbe Kapazität an Sitzplätzen“ müsste genützt werden können. Nach dem derzeitigen Stand der Covid-19-Verordnung ist bei 500 Besuchern (in geschlossenen Räumen) bzw. bei 750 (im Freien) Schluss.

Palfrader berichtet von einem „intensiven Austausch“ mit der Kulturszene. Sie nehme eine „Stimmung des Zusammenhalts“ wahr. Ihren Part definiert die Landesrätin dabei so: „Ich versuche zuzuhören, zu bestärken und dazu zu motivieren durchzuhalten, auch wenn es langsam wirklich zäh und mühselig ist im Alltag der Kunst- und Kulturschaffenden.“

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Helfen kann die Politik vor allem auch in finanzieller Hinsicht. Der Bund hat bisher für die Kultur mehr als 200 Millionen Euro an Corona-Hilfen zur Verfügung gestellt, das Land Tirol 8,25 Millionen.

Palfrader ist überzeugt, dass das Geld „dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird“. Als Beispiel nennt sie die Arbeitsstipendien des Landes (1000 Euro Zuschuss pro Person und Monat, maximal sechs Monate lang). Mit dieser Förderung seien bisher 300 Tiroler Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützt worden, an ihren Vorhaben weiterzuarbeiten.

Drei Millionen Euro hat das Land bisher an die Kultur ausbezahlt. Palfrader: „Der Rest auf die 8,25 Millionen wird heuer aber sicher noch aufgebraucht.“ (mark)


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