Mit einem Brückenschlag zum vierspurigen Ausbau der Lötzgalerie

Die Asfinag startet heuer den Ausbau der Lötzgalerie in Zams. In einer ersten Phase wird eine neue Brücke über den Lötzbach errichtet.

Derzeit müssen die Fahrzeuge in der Lötzgalerie bei Zams noch zusammenrücken. Ab heuer wird die Strecke ausgebaut.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Zams – Es ist das letzte Nadelöhr auf der A12 und der Arlbergschnellstraße zwischen Kufstein und Flirsch. Bei Zams müssen sich die Autofahrer derzeit noch durch die zweispurige Lötzgalerie bzw. den Lötztunnel quetschen. Diese Engstelle rückt bereits in diesem Frühjahr ins Visier der Asfinag. Sie wird ab heuer um 65 Millionen Euro ausgebaut und bekommt eine zweite Röhre.

„Bis Ende 2026 soll der Bereich vierspurig freigegeben werden“, betont Asfinag-Projektleiter Richard Loidl, der bereits den Vollausbau des Perjentunnels gemanagt hat.

Aufgrund eines großen Steinschlagereignisses 2016 ist der Ausbau der Lötzgalerie größer und massiver als ursprünglich geplant. Das neue Bauwerk wird nicht nur länger, sondern auch vollständig als Tunnel ausgeführt. Diese Notwendigkeit habe eine „Steinschlag­simulation“ gezeigt, so Loidl. Vor fünf Jahren war ein zehn Kubikmeter großer Felsbrocken aus der Hasliwand bis zum Siedlungsgebiet abgegangen und dürfte dabei auch am bestehenden Tunnelbauwerk eingeschlagen sein.

Ursprünglich war eine zweit­e, spiegelverkehrte Galerie geplant. Der Bereich zwischen den beiden Bauwerken wäre offen geblieben. Das hätt­e aber zu wenig Schutz geboten. Zusätzlich werden nun ab heuer massive Steinschlag­netze mit einer Gesamtlänge von 1,6 Kilometern und einer Fläche von 8000 Quadratmetern angebracht. Die fünf Meter hohen Zäune rechts und links der Burschlwand sollen nicht nur das spätere Bauwerk absichern, sondern auch die Arbeiter vor weiteren Abbrüchen bewahren. „Es sind relativ umfangreiche Maßnahmen“, so Loidl. Wegen der direkten Nähe zum Weitwanderweg E5 und dem Zammer Lochputz werden die Arbeiten vor allem im Herbst bzw. außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden.

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Im Frühjahr startet hingegen der Bau einer Brücke über den Lötzbach, mit der die neue Südröhre erschlossen wird. Wie beim Perjentunnel errichtet die Asfinag zunächst den neuen Südtunnel. Nach dessen Fertigstellung 2024 wird dann der Verkehr umgeleitet, um auch die Bestandsröhre in Angriff zu nehmen.

Zu längeren Sperren wird es damit nicht kommen. „Es gibt punktuelle Beeinträchtigungen während der Inbetriebnahme. Dann werden fünf bis sechs Ausleitungen in der Nacht nötig“ – weitere Einschränkungen sind allerdings nicht geplant, so Loidl.Die Baustelle reicht relativ nahe ans Siedlungsgebiet heran. Man werde so viele Schutzmaßnahmen wie möglich ergreifen, so Loidl. Mit einer Belastung durch den Baulärm rechnet auch der Zammer Bürgermeister Siggi Geiger: „Unterm Strich soll aber eine Verbesserung der Lebenssituation herauskommen.“ Der Lärm von der Straße sei in den letzten Jahren merklich mehr geworden. Durch den Tunnel rechnet Geiger, dass es für die Anrainer wieder ruhiger wird.


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