Abfuhr für Ruf der Tiroler NEOS nach Lift-Exit

Kein Fixkostenzuschuss für Skigebiete in öffentlicher Hand und Umwandlung in Skitourenpisten: NEOS gingen mit Forderung baden.

Auch gestern tagte der Landtag im Ausweichquartier im Congress Innsbruck. Das Motto der Lift-Förderdebatte: alle gegen einen.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Es braucht nicht viel, um im Landtag eine Debatte zur Zukunft der Tiroler Skigebiete zu entfachen. Einig sind sich die Fraktionen hierbei für gewöhnlich nicht. Gestern jedoch hieß das Match: alle gegen die NEOS.

Anlass war einerseits der Regierungsantrag hinsichtlich eines Corona-Fixkostenzuschusses (in Summe drei Mio. Euro) für Skigebiete, die im öffentlichen Eigentum stehen. Und andererseits ein NEOS-Antrag, in geschlossenen (Klein-)Skigebieten Skitourengehern präparierte Pisten zur Verfügung zu stellen.

Oberhofer polarisierte. Nicht nur, dass er die allgemeine Förderpolitik des Landes („Wir sind keine Freunde von Förderungen“) mit deftigen Worten (u. a. „Schnapsideen“) geißelte, auch prangerte er die grüne Regierungshälfte an, in „gute und böse Skigebiete“ zu unterteilen: gut, wenn in öffentlicher Hand, böse im Falle privater Anlagen. Die pinke Rechnung: Durch hohe öffentliche Förderungen für Klein- und Bürgermeisterlifte würde den mittelgroßen Skigebieten die Investitionslust vergällt und somit der Wettbewerb verzerrt. Weil die kleinen ohnedies nie wirtschaftlich zu führen seien. Oberhofer warf hier einen Betrag von über 200 Mio. € über die vergangenen Jahre in den Raum. Zwingend schließen müsste man selbige aber nicht, hat Oberhofer eine andere „Exitstrategie“ für Kleinanlagen: „Nehmen wir diese Skigebiete für ein breiteres Angebot für Skitourengeher vom Markt.“ Wobei Oberhofer auf das boomende Pistentourengehen anspielt.

Das politische Echo, das Oberhofer im Landtag erntete, war vernichtend. Gerade Kleinstskigebiete ermöglichten Familien günstiges Skifahren, konterte LA Markus Sint (Liste Fritz). Wie ein wirtschaftliches Konzept für derartige Skitourengebiete aussehen könnte – auch das ließen die NEOS vermissen, denen Sint ein „Fördertrauma“ attestiert. Wenn Skigebiete fördern, dann Klein­skigebiete, forderte SP-LA Benedikt Lentsch. Grünen-Klubobmann widersprach indes dem pinken Fördervorwurf. Derartige Summen seien nie geflossen.

LA Mario Gerber (VP) warf Oberhofer vor, die Bürgermeisterliste „madig" zu machen: „Für unsere DNA ist wichtig, dass das Skifahren bestehen bleibt.“ Nachsatz: Skigebietsbetreiber bräuchten tragfähige Konzepte. Dazu gehöre kaum, Tourengehern auf Dauer die Pisten gratis zur Verfügung zu stellen. (mami)


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