Mordverdacht in Südtirol: Suche nach vermisstem Ehepaar geht weiter

Spezialisten suchten in Wohnung und Garten der Abgängigen nach möglicherweise verwischten Spuren. Ein Zeuge will den Sohn des Paares bereits vor Wochen mit einer Flasche Bleichmittel gesehen haben.

Im Wohnhaus des vermissten Paares suchte die Polizei am Mittwoch verwischte Spuren.
© Dolomiten

Bozen – Zurück an den Start: Nach tagelanger vergeblicher Suche in der Etsch und verschiedenen Südtiroler Seen geriet wieder das Wohnhaus des vermissten Bozner Ehepaares in der Fokus der Ermittler. Am Mittwoch nahmen Spurenexperten der Carabinieri erneut die Wohnung in der Runkelsteinerstraße unter die Lupe. Die Beamten suchten vor allem auch nach Spuren, die beseitigt worden sein könnten. Der Grund: Ein Zeuge will den Sohn des Paares bereits vor Wochen mit einer Flasche Bleichmittel gesehen haben, berichtet die Südtiroler Tageszeitung Dolomite­n. Der 30-Jährige steht unter dem dringenden Verdacht, seine Eltern getötet und die Leichen dann beseitigt zu haben.

Die Spurenspezialisten untersuchten nicht nur die Wohnung, sondern auch Innenhof, Garten und Keller. Ob sie dabei fündig wurden, war zunächst unklar. Die Auswertung möglicher Spuren an verschiedenen sichergestellten Gegenständen im Kriminallabor in Parma ist noch im Gang. Auch Feuerwehrmänner waren am Mittwoch wieder im Einsatz. Erneut suchten sie am Ufer und in der Etsch nach den Leichen der Vermissten.

Sohn beteuert Unschuld, Richterin verhängt Untersuchungshaft

Bislang fehlt ein eindeutiger Beweis, dass der 63-Jährig­e und seine 68-jährige Ehefrau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sind. Dennoch wurde ein Haftbefehl gegen den Sohn des Paares ausgestellt. Am vergangenen Donnerstag kam der Beschuldigte seiner Festnahme zuvor und stellte sich im Beisein seines Anwalts der Polizei. Bei seiner Einvernahme beteuerte er aber erneut seine Unschuld. Ohne Erfolg – wegen Verdunkelungs-, Wiederholungs- und Fluchtgefahr verhängte die Richterin am Samstag dennoch die Untersuchungshaft.

Wie berichtet, ist das Ehepaar bereits am 4. Jänner spurlos verschwunden. Knapp zwei Wochen später war die Abgängigkeit des Paares Thema einer italienischen TV-Sendung, die Vermisstenfälle behandelt. Auch der Sohn kam zu Wort, er sei der Letzte, der seine Eltern gesehen habe, erklärte er im TV.

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Eine Woche später wurd­e der Vermisstenfall für die Bozner Staatsanwaltschaft zum Mordfall ohne Leichen. Von Anfang an richtete sich der Verdacht der Polizei-Ermittler gegen den Sohn des Paares. (TT)


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