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Tiroler Historiker ist ein Ritter aus Leidenschaft

Tobias Pamer aus Tarrenz ist Historiker, Starkenberger-Spezialist, Roman-Autor und in seiner Freizeit ein durchaus ritterlicher Sportler.

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© Brauer

Von Alexander Paschinger

Wenn er seinen Plattenpanzer anlegt, „dann brauche ich Hilfe – einen Knappen oder eine holde Frau“, lacht der 27-jährige Tobias Pamer. Es zu schaffen, binnen 20 Minuten all die Platten anzulegen und Teile anzuzurren, das ist eine zeitlich sportliche Vorgabe. „Aber die 20 bis 30 Kilo tragen sich viel besser als ein Kettenhemd.“ Das drückt nämlich gewaltig auf die Schultern. Allein am Kopf lasten mit Helm und Co. „acht bis zehn Kilo“. Den hat der Tarrenzer Historiker, Autor und „Ritter aus Leidenschaft“ übrigens selbst entworfen. „Mein jetziger Harnisch entspricht einem Ritter zwischen 1350 und 1400. Es geht mir darum, die möglichst korrekte Ausrüstung zu haben.“

Bis zu 30.000 Euro

Da kennt sich der His­toriker von der Uni Innsbruck bes­tens aus. Und woher bezieht man heute seine Rüstung? „Helm und Waffen kommen aus Tschechien, der Rest großteils aus der ­Ukraine.“ So eine Rüstung als „High-end-Produkt“ – die kostet schon an die 20.000 bis 30.000 Euro. „Ein Ritter musste 20 bis 30 Gulden für einen Harnisch zahlen, dasselbe noch einmal kostete das Pferd“, erklärt Pamer. Zum Vergleich: Ein Bergknappe verdiente damals etwa einen Gulden in der Woche. „Das entspricht also schon einem sehr gehobenen Mittelklassewagen, was ein Ritter allein für die Rüstung hinlegen musste.“


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