Urteil über iranischen Diplomaten unter Terrorverdacht

Im Prozess um den vereitelten Sprengstoffanschlag auf eine Großkundgebung von Exil-Iranern in Frankreich wird am Donnerstag das Urteil eines belgischen Gerichts erwartet. Den vier Angeklagten, darunter einem in Wien akkreditierten iranischen Ex-Diplomaten, wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, das Attentat auf die Veranstaltung mit Tausenden Teilnehmern geplant und vorbereitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Haftstrafen von bis zu 20 Jahren gefordert.

Bei dem Anschlag hätte nach Einschätzung von Ermittlern zahlreiche Tote und Verletzte geben können.

Brisant ist der Prozess, weil sich unter den Angeklagten auch ein 2018 in Deutschland festgenommener Iraner befindet, der zum Tatzeitpunkt an der iranischen Botschaft in Wien als Diplomat akkreditiert war. Der 49 Jahre alte Assadollah A. soll Erkenntnissen der Ermittler zufolge Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes MOIS sein, zu dessen Aufgaben die Beobachtung und Bekämpfung oppositioneller Gruppierungen innerhalb und außerhalb des Iran gehört.

Es gilt deswegen als möglich, dass den Anschlagsplänen ein direkter staatlicher Auftrag zugrunde lag. Die Großkundgebung am 30. Juni 2018 in Villepinte bei Paris war vom Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) organisiert worden.

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Zu den weiteren Angeklagten in Antwerpen gehört ein in Belgien lebendes Ehepaar, das den Anschlag nach den Ermittlungen hätte ausführen sollen. Assadollah A. soll ihm dafür Ende Juni 2018 in Luxemburg-Stadt eine Sprengvorrichtung mit insgesamt 500 Gramm des Sprengstoffes Triacetontriperoxid (TATP) übergeben haben. Belgische Spezialeinheiten hatten das Paar mit dem Sprengstoff im Auto dann allerdings auf dem Weg nach Frankreich gestoppt und festgenommen.


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