Mafia-Boss in Serbien festgenommen

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Ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen in Serbien: In der Nacht auf Donnerstag haben Beamte der Polizei und des Inlandsgeheimdienstes BIA den mutmaßlichen Chef eines mächtigen Mafia-Clans und 16 weitere Verdächtige festgenommen, wie das Portal „blic.rs“ unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Festgenommenen wegen des Verdachts auf Drogenhandel, Mord und Entführung, wie die Behörde in Belgrad weiter mitteilte. Zu Durchsuchungen kam es auch in den Fußballstadien der Belgrader Fußball-Clubs Partizan und Roter Stern.

Der mutmaßliche Clan-Chef kontrolliert die ultra-radikale Fan-Gruppe „Principi“, die Partizan Belgrad unterstützt. In Serbien und anderen Balkanländern sind radikale Fan-Gruppen seit Jahrzehnten von Kriminellen und Polizeispitzeln unterwandert. Diese Fans sind häufig „Fußsoldaten“ von Verbrechenskartellen, die etwa auch Teile des internationalen Drogenhandels kontrollieren.

Unabhängige Beobachter sprachen am Donnerstag vom wichtigsten Schlag gegen die Mafia in Serbien seit fast zehn Jahren. Der Festgenommene habe ein ähnliches Gefahrenpotenzial für den Staat entwickelt wie der Zemun-Clan, sagte die mit dem Thema vertraute Journalistin Jelena Zoric im Nachrichtensender N1. Der Zemun-Clan hatte 2003 den reformfreudigen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic ermordet und wurde anschließend zerschlagen.


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