Wohnraum in Kaisers knapp: „Man spürt die Abwanderung"

Von Simone Tschol

Kaisers – Mit einem Thema, das im Außerfern bislang nur im Zentralraum Reutte und in den großen Talschaften ausgiebig diskutiert wurde, will sich nun auch die Seitentalgemeinde Kaisers auseinandersetzen. Die Rede ist von der Schaffung leistbarer Wohnungen. „Man spürt die Abwanderung, vor allem auch in den Vereinen. Wir müssen es schaffen, Wohnungen für junge Leute entstehen zu lassen, sonst sind wir in wenigen Jahren nur noch ein Urlaubsdorf“, sagt Bürgermeister Norbert Lorenz, der sich dem Trend entgegenstellen will.

Er hat auch keinen Zweifel daran, dass die Nachfrage gegeben ist. „Nach einem Todesfall wurde eine Wohnfläche von 110 Quadratmetern frei. Dafür gab es sechs Bewerbungen. Für eine alleinstehende Person ist das zu viel, aber wenn wir Wohnungen so zwischen 50 und 60 Quadratmetern hätten, könnte ich drei bis vier davon auf der Stelle loswerden“, so der Gemeindechef.

Die Thematik kam auch in der letzten Gemeinderatssitzung Ende Jänner auf den Tisch. Zum einen käme der Umbau des Gemeindehauses in Frage, aber auch andere Standorte wie der Bauhof und das dahinterliegende Grundstück wären denkbar.

Lorenz ist sich bewusst, dass die große Masse nicht nach Kaisers ziehen wird: „Wir haben weder Kindergarten noch Schule. Der Aufwand ist entsprechend größer. Junge Leute, die hierherziehen, die wollen das wirklich. Und wir brauchen wieder junge Familien im Ort. Wer mit 20 Jahren seine eigenen vier Wände haben will, der muss quasi weg. Und meist führt der Weg dann nicht mehr zurück.“

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