Kuss und Drogen-Weitergabe brachten 36-Jährigen auf Anklagebank

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Innsbruck – Ein Zungenkuss beschäftigte am Freitagvormittag das Landesgericht. Der Staatsanwalt warf einem kranken Frühpensionisten (36) vor, dadurch die Gesundheit einer Freundin gefährdet zu haben. Der Angeklagte wies jede Schuld von sich: „Ja ich bin HIV-positiv, ich hatte auch einmal Hepatitis C, bin aber jetzt negativ“, räumte er zunächst ein: „Aber jeder Arzt und Virologe kann bestätigen, dass diese Krankheiten durch einen Kuss nicht übertragen werden können.“ Die geküsste Zeugin bestätigte, dass der 36-Jährige sie zumindest über seine HIV-Erkrankung informiert habe.

Bei der Verhandlung waren auch die in der Drogenszene begehrten Fentanylpflaster ein Thema. Der 36-Jährige soll die Freundin zwei Monate mit den Opioid-hältigen Schmerzmitteln versorgt haben. Die Zeugin bestätigte das, bezahlt habe sie aber nicht dafür. Der Angeklagte bestritt die Weitergabe der Drogen. Erfolglos. Der Richter verurteilte ihn zu 15 Monaten Haft bedingt und 1200 Euro Geldstrafe (nicht rechtskräftig). Vom Vorwurf der Gefährdung durch ansteckende Krankheiten wurde er freigesprochen. (tom)


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