Mit kraftraubender Handarbeit: Keine Eiszeit im Bahntunnel

In oft kraftraubender Handarbeit müssen Eiszapfen und Eisstöße entfernt werden.
© ÖBB/ASC Wörgl

Innsbruck – Im Winterdienst der ÖBB sind zwar große Maschinen wie Schienenschneepflüge oder die neue Hightech-Schneeschleuder im Einsatz, vieles muss aber in schweißtreibender Handarbeit erledigt werden: das Freischaufeln von Weichenverbindungen, das Räumen von Bahnsteigen oder das Abschöpfen von Bahnsteigdächern.

Auch das wichtige Enteisen von Tunneln und Stützmauern passiert von Hand. Gerade bei einer Witterung wie der aktuellen, mit Plusgraden tagsüber und Frost in der Nacht, sind die zuständigen Mitarbeiter der ÖBB-Infrastruktur gefordert. Wasser dringt durch die darüberliegenden Gesteinsschichten in die teils deutlich über 100 Jahre alten Tunnel ein, gefriert und lässt Eiszapfen und Eisstöße rasch wachsen. Betroffen sind in Tirol insbesondere Tunnel auf der Strecke durch das Brixental wie der Au- und der Leideggtunnel sowie Röhren wie der Jodoker, der Stafflacher oder der Grieser Tunnel auf der Brennerstrecke.

Mindestens alle zwei Tage sind die ÖBB-Mitarbeiter damit beschäftigt, das Eis händisch zu entfernen, um Störungen sowie Schäden vorzubeugen. Die Eiszapfen an der Tunneldecke werden händisch von einem Motorturmwagen aus entfernt, die größten erreichen dabei eine stolze Länge von rund drei Metern. Während der Eisentfernung wird das Gleis gesperrt und die Oberleitung abgeschaltet. Damit der Zugverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird, müssen die Arbeiten im Vorfeld genau geplant und abgestimmt werden. (TT)

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