Damen-Kombination zum WM-Auftakt: Am Ende geht’s doch um Gold

WM-Abschied für die Kombination: Der so außer Mode geratene Bewerb erlebt am Montag seine letzte Damen-Auflage. Dabei ist das Starterfeld top besetzt.

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US-Ski-Star Mikaela Shiffrin ist die Top-Favoritin in der WM-Kombination von Cortina d’Ampezzo.
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Von Roman Stelzl

Cortina d’Ampezzo – Was wurde nicht schon alles gesagt über die Kombination. Einst die Königsdisziplin des kompletten Skifahrers, wurde der Mix aus Slalom und Abfahrt (inzwischen Super-G) zum fünften Rad am Wagen eines Profitums, das nur noch die Spezialisten kannte. Die einen wollten sie weghaben, die anderen dann plötzlich behalten, es wurde gezogen und gezerrt – und in der Corona-Pandemie, wo Technik- und Speedbereich so gut wie möglich getrennt werden sollten, fiel die Kombi ganz aus dem Weltcup-Programm.

Nun soll es am Montag das letzte Mal sein, dass die Damen bei einer WM um Gold fahren (11 Uhr Slalom/14.30 Super-G, live ORF eins und TT.com-Ticker live). Dabei hätte es schon früher vorbei sein sollen, im Jahr 2019, doch weil keiner so recht „Nein“ sagen wollte (und so manche Goldader witterte) und der Parallelbewerb alles andere als ausgereift war, werden in Cortina d’Ampezzo (ITA) noch einmal zwei Medaillensätze bei Damen und Herren (Mittwoch) vergeben. Das bringt auch mit sich, dass an 14 Tagen 13 WM-Entscheidungen fallen – ein Dschungel, in dem es schwer sein wird, den Überblick zu behalten, und der Edelmetall-Wert frei nach dem Motto „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ im Sinken ist.

Dabei ist die Kombination anders als bei den Herren gerade bei den Damen wieder richtig heiß umkämpft. In der Jagd auf Jahrhundert-Talent Mikaela Shiffrin (USA), die in allen Disziplinen gewinnen konnte, haben sich mehr und mehr Spitzenfahrerinnen zur Allrounderin entwickelt. Allen voran die Slowakin Petra Vlhova und die Schweizerin Michelle Gisin, zwei Top-Kandidatinnen für den Gesamtweltcup und den heutigen Eröffnungsbewerb, oder Titelverteidigerin Wendy Holdener (SUI) sowie Italiens Federica Brignone und Marta Bassino.

Ungewohnt werden dabei nach der wetterbedingten Programm-Umstellung (Slalom zuerst) nur die hohen Nummern von Vlhova (23) und Shiffrin (24) sein. Früher dran sind aufgrund ihrer jüngsten Ergebnisse die beiden hoffnungsvollsten Österreicherinnen, was deren Chancen auch erhöhen wird: die Steirerin Ramona Siebenhofer (3) und die Tirolerin Franziska Gritsch (6). Denn aufgrund des Regens und des nassen Schneefalls könnte die Piste gerade im Slalom eine entscheidende Rolle spielen. „Der Regen macht an sich nicht so viel, das kann man dann salzen. Mehr Probleme macht der feuchte Schneefall, das dann rauszubekommen“, unterstrich ÖSV-Rennsportleiter Christian Mitter. Für heute ist tagsüber weiterhin Schneefall angesagt, gegen Mittag hin soll sich das Ganze aber wieder beruhigen.

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Damit steigen auch gerade die Chancen bei Siebenhofer, die 2019 in Cortina beide Abfahrten gewinnen konnte und damit ihre einzigen Weltcup-Siege feierte. Die 29-jährige Steirerin hatte bei der WM in Aare (SWE) 2019 auch groß überrascht, als sie als WM-Vierte nur hauchdünn eine Medaille verpasste. Heute will sie das besser machen. Und den vermeintlichen Kombi-Abschied zu einem glänzenden machen.


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