Mönche schließen sich Protesten in Myanmar gegen Putsch an

In Myanmar sind auch am Montag Tausende Demonstranten gegen den Militärputsch und die Inhaftierung der De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi auf die Straße gegangen. In der größten Stadt Rangun marschierte eine Gruppe von Mönchen in safranfarbenen Gewändern an der Spitze der Bürgerbewegung. Sie schwenkten mehrfarbige buddhistische Fahnen neben den roten Fahnen, der Symbolfarbe der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) von Suu Kyi, wie Augenzeugen berichteten.

„Lasst unsere Führer frei, respektiert unsere Stimmen, lehnt den Militärputsch ab“, stand auf einem Schild. Auf anderen war zu lesen „Rettet die Demokratie“ und „Sagt Nein zur Diktatur“. Viele Demonstranten trugen schwarz. Auch in der Küstenstadt Dawei im Südosten und in der Hauptstadt des Kachin-Staates im hohen Norden gingen Tausende auf die Straße.

„Demonstranten aus allen Ecken Ranguns, bitte kommt friedlich und nehmt an dem Protest teil“, hatte der Aktivist Ei Thinzar Maung zuvor auf Facebook aufgerufen. Die Sozialen Netzwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Formierung des Widerstands gegen die militärischen Machthaber. Der Zugang zum Internet war zwischenzeitlich von der Armee blockiert worden.

Bisher sind die Versammlungen friedlich verlaufen, im Gegensatz zu den gewaltsamen Niederschlagungen früherer Proteste in den Jahren 1988 und 2007. Ein Konvoi von Militärfahrzeugen wurde am späten Sonntagabend in Rangun gesehen, was Befürchtungen aufkommen ließ, dass sich dies ändern könnte. Das Militär war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Proteste vom Wochenende waren bisher die größten seit der „Safran-Revolution“, die 2007 von buddhistischen Mönchen angeführt wurde. Der Aufstand trug dazu bei, demokratische Reformen anzustoßen, die nun durch den Putsch vom 1. Februar wieder zunichtegemacht wurden.

Das Militär hatte vergangenen Montag geputscht - an dem Tag, an dem das neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung hätte zusammenkommen sollen. Im November hatte die NLD bei der Parlamentswahl in dem mehr als 53 Millionen Einwohner zählenden südostasiatischen Land einen Erdrutschsieg erzielt. Nach seinem Putsch im Jahr 1962 hatte das Militär 49 Jahre lang in Myanmar geherrscht. Die Abstimmung im November war erst die zweite freie und faire Wahl seit dem Ende der direkten Militärherrschaft im Jahr 2011.

Myanmar hatte sich am Montag auf neue Proteste gegen den Putsch vorbereitet. Gleichzeitig riefen prominente Aktivisten zu einem landesweiten Generalstreik auf.


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