Plus

Müllberge durch Lieferservice: Mehrweg ist noch Zukunftsmusik

Durch den Lockdown floriert das Take-away-Geschäft. Für die Umwelt ist dies jedoch sehr problematisch, da Essen zumeist in Einwegverpackungen ausgegeben wird.

Lieferdienste boomen. Das verursacht jede Menge Müll.
© iStock

Von Manuel Lutz

Innsbruck – Die rasenden Radkuriere haben in den vergangenen Monaten mit frischen Speisen im Gepäck einigen Menschen hierzulande die Zeit zumindest etwas versüßt. Denn eine richtige italienische Pizza, frisches Sushi oder einen Schweinsbraten vom Gasthaus seines Vertrauens gibt es aktuell nur zum Mitnehmen oder eben per Lieferservice. Dass Lieferdienste die großen Gewinner der Pandemie sind, zeigen auch die Zahlen, wie Lisa Panhuber, Konsum-Expertin von Greenpeace Österreich, erklärt: „Lieferdienste berichten, dass sie in den letzten Monaten doppelt so viele Bestellungen zugestellt haben als im Vorjahr.“

Zumeist bekommt man das Essen vom Lieferservice oder bei Take-away-Abholung in Einwegverpackungen.
© iStockphoto

Dies ist vor allem seit dem zweiten Lockdown so, wie Artur Schreiber, Geschäftsführer der Online-Bestellplattform „Mjam“, festhält: „Seit November gehen die Bestellzahlen wieder nach oben, das war im ersten Lockdown im März 2020 nicht der Fall.“

Eine Folge dieses Booms ist auch, dass die Abfallmenge im privaten Bereich steigt. Die Europäische Umweltbehörde ist in ihrem neuen Bericht „Circular Plastics Economy“ alarmiert. Die Corona-Pandemie habe neben der erhöhten Nachfrage nach Masken und Handschuhen auch die Produktion und Verwendung von Einweg-Kunststoffprodukten wie Lebensmittelbehältern angekurbelt.


Kommentieren


Schlagworte