Tourismusort Lermoos kann Budget fast halten

Eigentlich wäre Hochsaison: Lermoos präsentiert sich abends hell erleuchtet und wie ausgestorben. Die 4500 Gästebetten sind leer
© Stefan Lagg

Lermoos – In gewöhnlichen Jahren erreicht Lermoos in diesen Tagen den „Peak“. Die Außerferner Tourismushochburg mit über 600.000 Nächtigungen pro Jahr stellt bei 1100 Einwohnern 4500 Betten. Mitte bis Ende Februar kommt beim abendlichen Spaziergang durch den Ort für gewöhnlich ein Feeling auf, als wäre man an einer Gardaseepromenade unterwegs. Und heuer? Ein Foto von Bürgermeister Stefan Lagg sagt alles: keine Gäste, die Betten leer, die Lermooser unter sich. Auch die drei Personalhäuser im Ort sind kaum belegt.

Trotzdem kann die Gemeindeführung ein Budget für 2021 ausweisen, das keine großen Einschnitte bedeuten wird. Im Viermillionenhaushalt sind nur 350.000 Euro weniger veranschlagt als im Jahr zuvor. Wasser, Kanal, Ertragsanteile, Kommunalsteuer – in diesen Bereichen sieht Lagg markante Mindereinnahmen auf die Kommune zukommen. Denn die Nächtigungen fielen von 610.000 (2019) auf 416.000 (2020) und bisher null im heurigen Jahr.

„Wir sind eine Gemeinde, die noch etwas Geld hat“, sagt Lagg, „und wir werden investieren. Alles in allem knapp eine Million Euro.“ Was fast ein Viertel des Haushalts ausmacht. Bauhof, Feuerwehr, Bergrettung – man gehe diese Projekte trotz oder gerade wegen Corona zügig an. Für den Bürgermeister ist es gewiss, dass es den Lermoosern und Lermooserinnen trotz allem noch sehr gut gehe. „Wir haben viele Freizeitmöglichkeiten und traumhafte Pistenverhältnisse.“ Er dankt den Liftbetreibern, dass sie dieses Service aufrechterhalten und damit einen wichtigen Beitrag für die Psychohygiene leisten. „In Lermoos gibt es auch kaum beengte Wohnverhältnisse“, was unter diesen Umständen stark zum Wohlbefinden beitrage. (hm)


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