Folge der Pandemie: Um die Hälfte weniger Plasmaspenden

Eine Folge der Pandemie: Corona hat dazu geführt, dass immer weniger Menschen Blutplasma spenden.

Eine Plasmaspende dauert zwischen 45 und 60 Minuten und ist ein wertvoller Beitrag zur Versorgungssicherheit.
© iStockphoto

Wien – Blutplasma ist ein unersetzlicher Rohstoff in der Herstellung von Therapien, etwa zur Behandlung von Immundefekten, Blutgerinnungen oder schweren Verletzungen. Mehr als 80 % aller Menschen im Land sind mindestens einmal in ihrem Leben auf plasmabasierte Medikamente angewiesen.

Blutplasma kann allerdings nicht künstlich hergestellt werden. Patienten sind daher auf Plasmaspenden angewiesen. Doch genau diese lebensnotwendigen Spenden sind im Jahr 2020 drastisch zurückgegangen.

Matthias Gessner, Leiter des Plasmaspendezentrums BioLife Österreich und Vorsitzender der IG Plasma, führt dies auf Covid-19 und den Lockdown zurück. Waren es normalerweise etwa 400.000 Plasmaspender, sind es jetzt in etwa nur noch die Hälfte.

Verunsicherung als Grund

„Das hat mittelfristig erheblichen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit mit plasmabasierten Therapien in Österreich. Da es von der Plasmaspende bis zur fertigen Therapie ein paar Monate braucht, wird der Versorgungsengpass in sechs bis zwölf Monaten spürbar“, sagt Gessner. Für ihn sind die rückläufigen Spenderzahlen auf die Verunsicherung vieler Menschen zurückzuführen, ob sie auch im Lockdown Plasma spenden dürfen. Die Antwort ist klar: Eine Plasmaspende ist möglich.

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„Plasma ist unser Lebenselixier – ohne diese Therapien wäre ein normales Leben nicht möglich. Ich bitte gerade jetzt alle potenziellen Spender, sich die Zeit für eine Plasmaspende zu nehmen“, appelliert Karin Modl, Obfrau des Vereins ÖSPID. Terminvereinbarungen: www.plasmazentrum.at (TT)


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